Baumschutz: Ausnahme vom Baumfällverbot bei Allergie?

 - 

Nein. Gesundheitliche Gründe (hier: eine Allergie gegen die sogenannten Brennhaare des Eichenprozessionsspinners) berechtigen nicht zur Fällung einer durch Baumschutzverordnung geschützten Eiche.

In der Stadt Fürth stehen zahlreiche Eichen, die von einem Schädling befallen sind, dem Eichenprozessionsspinner. Dessen Brennhaare lösen bei manchen Menschen Allergien aus. So auch bei einem Grundstückseigentümer, der deswegen bei der Stadt Fürth den Antrag stellte, seine beiden befallenen Eichen fällen zu dürfen. Dies lehnte die Stadt ab. Zur Begründung berief sich auf ihre Baumschutzregelung, wonach es verboten ist, Bäume ab einem bestimmten Stammumfang zu fällen.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof stimmte der Stadt zu. Gesundheitliche Beeinträchtigungen wie eine Allergie liefern keine ausreichenden Gründe, einen geschützten Baum zu fällen. Hier sind Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen vorrangig als Mittel der Linderung durchzuführen.

Ausnahmen vom Fällverbot bedürfen vielmehr grundstücksbezogener Gründe (z.B. Standfestigkeit des Baumes; VGH München, Urteil vom 25.4.2012, 14 B 10.1750 ).

Weitere News zum Thema

  • Nachbar haftet, wenn Grenzwand bei Abriss beschädigt wird

    [] Wird eine Grenzwand, an die vom Nachbargrundstück aus ein anderes Gebäude angebaut ist, beim Abriss des Anbaus beschädigt, haftet der Nachbar für dabei auftretende Schäden. Dies gilt auch für den Fall, dass es sich bei den Schäden um unvermeidliche Folgen des Abrisses handelt. mehr

  • Doppelhaushälfte: Grenzbalkon des Nachbarn ist hinzunehmen

    [] Wird dem einem Eigentümer einer Doppelhaushälfte ein Grenzbalkon genehmigt, kann der andere Eigentümer nicht dagegen vorgehen. Es liegt kein Verstoß gegen das Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme darin begründet, dass über den Balkon auf das Nachbargrundstück eingesehen werden kann. mehr

  • Zum Anspruch von Nachbarn auf Kappen und Beseitigung von Bäumen

    [] Ein Grundstückseigentümer kann die Kappung von Bäumen bzw. die Beseitigung überhängender Äste an der Grundstücksgrenze nicht immer verlangen. Dem kann entgegenstehen, dass dem Nachbarn von der Gemeinde verbindliche Vorgaben für den Rückschnitt gemacht wurden (z.B. eine Höhenbegrenzung) oder dass keine ausreichende Beeinträchtigung des Grundstücks vorliegt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.