Grundstückseigentümer haftet nicht, wenn Kind sich am Zaun verletzt

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Wer sein Grundstück mit einem Zaun einfriedet, muss diesen so sichern, dass er bei normalem Gebrauch keine Gefahr für Dritte darstellt. Deshalb haftet der Grundstückseigentümer nicht, wenn ein Kind, das an dem Zaun hochklettert, sich dabei verletzt.

Ein 6-jähriges Mädchen hängte sich an die Eisenstange eines Zaunes. Diese löste sich aus der Verankerung, das Kind fiel zu Boden und verletzte sich schwer. Es musste zehn Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die Eltern verlangten vom Grundstückseigentümer Schmerzensgeld in Höhe von 7.500,00 €. Begründung: Er habe den Zaun nicht ausreichend befestigt.

Das Landgericht Coburg entschied, der Eigentümer haftet nicht für die Folgen dieses Unfalls. Zwar trifft ihn grundsätzlich eine Verkehrssicherungspflicht, das heißt, er muss dafür sorgen, dass Dritte nicht zu Schaden kommen.

Doch besteht diese Pflicht zum einen nur gegenüber befugten Benutzern des Grundstückes (z.B. Bewohner, Besucher, Postbote). Zum andern wird nur der normale Gebrauch geschützt. Mit unbeaufsichtigten Kletteraktionen von Kleinkindern muss er nicht rechnen (LG Coburg, Urteil vom 6.4.2011, 21 O 609/10 ).

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