Grundstück: Wer haftet für Dachlawinen?

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Jeder muss sich selbst vor Dachlawinen schützen. Ein Grundstückseigentümer muss keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen treffen, wenn weder Schneefanggitter vorgeschrieben sind noch andere Umstände dies gebieten.

Eine Mitarbeiterin parkte ihren Pkw auf dem Firmenparkplatz. Sie wählte dabei die Seite des Firmengebäudes, das noch nicht geräumt war. Eine Dachlawine mit Schnee und Eiszapfen löste sich und fiel auf ihren Opel Corsa. An dem Fahrzeug entstand ein Schaden in Höhe von 2.000,00 €. Diesen verlangte sie von der Firma ersetzt, weil diese ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt habe. Das Gebäude des Unternehmens sei nicht durch Schneefanggitter gesichert.

Das Amtsgericht München bescheinigte dem Hauseigentümer jedoch, alles richtig gemacht zu haben. Er muss keine speziellen Maßnahmen ergreifen, um Dritte vor Dachlawinen zu schützen. Dies ist hier weder gesetzlich noch durch eine Verordnung der Gemeinde vorgeschrieben. Folge: Jeder muss sich selbst vor Dachlawinen schützen.

Anders, wenn besonderen Umstände für weitere Sicherungsmaßnahmen sprechen: etwa die allgemeine Schneelage des Ortes, die Beschaffenheit und Lage des Gebäudes, die Höhe des Daches oder dessen Neigungswinkel oder die Art des Verkehrs. Solche Umstände liegen hier aber nicht vor.

Das Abstellen eines Pkw erfolgt deshalb auf eigene Gefahr. Dies um so mehr als die Frau das Auto auf der nicht geräumten Gebäudeseite geparkt hatte (AG München, Urteil vom 16.6.2011, 275 C 7022/11 ).

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