Gefälligkeitsverhältnis: Wer haftet für tote Fische im Gartenteich?

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Die Haftpflichtversicherung muss eintreten, wenn durch das versehentliche Betätigen einer Fernbedienung eine teure Fischsammlung im Gartenteich ersticken.

Ein Koi-Liebhaber unterhielt einen Gartenteich, in dem sich Fische - 24 Kois und zwei Störe - im Wert von rund 15.000,00 € befanden. In den Teich war ein sogenannter Eisfreihalter eingebaut, der sicherstellen sollte, dass die Fische nicht im zugefrorenen Teich ersticken.

Über den Jahreswechsel verreiste der Mann, und seine Schwägerin übernahm das Blumengeißen. Dabei betätigte sie versehentlich die Fernbedienung des Eisfreihalters, die auf der Fensterbank lag. Folge: Dadurch wurde der Eisfreihalter deaktiviert, der Teich fror komplett zu und die gesamte Fischsammlung verendete. Die private Haftpflicht der Frau weigerte sich, den Schaden zu regulieren.

Das Landgericht Magdeburg entschied gegen die Haftpflichtversicherung, die den Schaden in voller Höhe zu erstatten hat. Begründung: Die Frau hatte hier nachweislich gerade zum Zwecke des Absicherns von möglichen Schäden in Rahmen eines sogenannten Gefälligkeitsverhältnisses eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Zudem lag kein stillschweigend vereinbarter Haftungsausschluss zwischen den Verwandten vor.

Außerdem hat die Frau lediglich fahrlässig gehandelt, als sie auf den Kopf der Fernbedienung kam. Sie hatte nicht die Absicht, die Fische zu ersticken (LG Magdeburg, Urteil vom 25.7.2012, 10 O 81/10 ).

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