Haus, Wohnung und Grundstück
Rechtswissen rund um die Immobilie

Haus, Wohnung und Grundstück

Rechtliche Kompetenz rund ums Grundstück ist gefragt. Denn Fragen, die mit Grundbesitz verbunden sind, sind vielfältig und enden nicht an der Grundstücksgrenze.

Gut beraten ist deshalb, wer Probleme bei der Vertragsgestaltung oder -abwicklung eines Grundstückskaufs bereits im Vorfeld abwenden kann. Wer Antworten kennt auf Fragen zu Gebührenbescheiden (z. B. für Erschließungskosten, Müllgebühren), oder wer fit ist in Fragen zu Haus- und Grundversicherungen. Das kann finanzielle Vorteile sichern und ist gleichermaßen für Grundstückseigentümer, Häuslebauer, für Verkäufer oder Käufer von Grundstücken oder Wohnungseigentum interessant.

 

Energieeffizienz bringt höhere Preise

So ist der „Energiekostenfaktor“ für Haus- und Wohnungssuchende inzwischen ein wichtiges Entscheidungsmerkmal, sich für ein Objekt zu entscheiden. Deshalb kann der Nachweis einer effizienten Wärmedämmung in einem Energieausweis unter Umständen den Ausschlag für den Abschluss eines Miet- oder Kaufvertrages geben.

Der Ausweis wird nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erstellt. Er ist zwischenzeitlich für fast alle Wohngebäude Pflicht. Sofern Sie die Wahl zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis haben, informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile, das jeweilige Ausstellungsverfahren und die damit verbundenen Kosten. Hierbei ist auch die Wahl des „richtigen“ Energieberaters von Bedeutung. Wir sagen Ihnen, wo und wie Sie einen entsprechenden Fachmann finden.
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Das Nachbarrechts-ABC

Ein ruhebedürftiger Nachbar wollte die sonntägliche Klavierübung einer 16-Jährigen in einer Reihenhaussiedlung unterbinden. Die herbeigerufene Polizei sah in der Hausmusik eine „erhebliche Ruhestörung“ und verhängte ein hohes Bußgeld. Das wurde am Ende eines langen Nachbarstreits vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Klare, objektive Maßstäbe dafür, ab wann das Musizieren in der eigenen Wohnung eine “erhebliche Ruhestörung” im Sinne des Immissionsschutzgesetzes darstellt, gab es hier nicht.

Hier ist es deshalb wichtig, Bescheid zu wissen. Dabei hilft Ihnen eine ausführliche Zusammenstellung der Rechtsprechung und Rechtslage im aktuellen Nachbarschafts-ABC – von „Abfall“ bis „Zweig“. Damit Sie sich beispielsweise über die Zulässigkeit von Hausmusik, das Radiohören auf dem Balkon, die „Zimmerlautstärke“ des Fernsehers oder die Dauer einer musikalisch untermalten Gartenparty informieren können.

Was Sie als Anlieger tun dürfen und lassen müssen

Sind Sie Eigentümer eines Grundstücks, das an einer öffentlichen Straße liegt? Dann sind Sie darauf angewiesen, die an Ihr Grundstück angrenzenden Wege und Straßen besonders zu nutzen. Manches gehört hier üblicherweise zum Anliegergebrauch (z. B. das Aufstellen von Mülltonnen). Anderes kann schnell zum Stein des Anstoßes werden. Können Dritte etwas dagegen tun, wenn Sie beispielsweise Baumaterial für Renovierungsarbeiten am eigenen Haus auf dem Gehsteig lagern?

Erkundigen Sie sich deshalb im Zweifel vorab bei Ihrer Gemeindeverwaltung, ob Sie unter Umständen eine Genehmigung für eine Sondernutzung benötigen. Denn ohne erforderliches „Behörden-OK“ kann es schnell teuer werden. Hier droht ein Verbot und/oder Bußgeld.