Rechtsanwalt muss auf Beziehung zum Gegner hinweisen

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Als Rechtssuchender möchten Sie natürlich nicht, dass Ihr Anwalt mit der gegnerischen Seite kungelt. Dafür bezahlen Sie ihn schließlich nicht.

Ein Anwalt hatte eine Klägerin außergerichtlich gegen eine Großbank vertreten und dafür ein Stundenhonorar von 500 Euro verlangt. 22.000 Euro hatte er schon eingestrichen, als er ihr mitteilte, er könne sie nicht im anstehenden Prozess vertreten. Begründung: Sein Sozius vertrete die Bank regelmäßig vor Gericht. Es bestünde die Gefahr, "den stärksten Umsatzbringer zu vergraulen". Daraufhin kündigte die Klägerin das Mandat und verlangte ihr Geld zurück.

Ergebnis: Der Anwalt musste zahlen. Häufige Mandatsbeziehungen zum Gegner sind offenbarungspflichtig. Sie führen naturgemäß zu einer besonderen Identifikation mit dessen Angelegenheiten und zu einer wirtschaftlichen Abhängigkeit.

Insbesondere wenn der Anwalt aus Rücksicht auf den Gegner von vornherein nicht bereit ist,  einen Rechtsstreit zu führen, muss er seinen Mandanten darauf hinweisen. Erst dann kann dieser entscheiden, ob er sich nicht doch lieber einen anderen Anwalt sucht (BGH, Urteil vom 8.11. 2007, VI ZR 5/06).

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