Gericht, Mahnung und Klage
Im Rechtsstreit sicher agieren

Gericht, Mahnung und Klage

Man muss kein Prozesshansel sein, um sich eines Tages vor Gericht wiederzufinden. Es fängt an mit einer freundlichen Zahlungserinnerung, dann kommen ein bis zwei weniger freundliche Mahnungen. Zum Schluss kommt die „Letzte Mahnung“.

Denn wer eine Rechnung zurecht oder zu unrecht nicht bezahlt, läuft Gefahr nach der letzten Zahlungserinnerung bzw. Mahnung einen gerichtlichen Mahnbescheid zu bekommen.

Das Verfahren dient dazu, Geldforderungen effektiv einzutreiben, ohne auf unseriöse Methoden wie das berühmt berüchtigte „Russisch inkasso“ zurückzugreifen. Denn am Ende steht ein Vollstreckungsbescheid, mit dem der Gerichtsvollzieher die Zwangsvollstreckung betreiben kann.

Und: Mit einem Mahnbescheid lässt sich Verjährung einer Forderung ohne großen Aufwand unterbrechen.

Deshalb sollten sowohl Gläubiger als auch Schuldner Bescheid wissen, wie der Ablauf des Verfahrens ist. So gilt es unbedingt auf beiden Seiten die Fristen genau zu beachten, wenn es zum Beispiel darum geht, das der Schuldner rechtzeitig Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegt. 

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Anwalt und Mandant

Wer ein medizinisches Problem hat, geht zum Arzt, wer ein Rechtsproblem hat geht zum Anwalt − jedenfalls dann, wenn er mit seiner juristischen Hausapothekeke, den Rechtstipps, nicht mehr weiterkommt bzw. vor Gericht Anwaltszwang herrscht.

Denn Rechtsanwälte haben die Aufgabe, ihrem Auftraggeber mit rechtsstaatlichen Mitteln zu seinem Recht zu verhelfen. Zu diesem Zweck können sie jedermann beraten oder vertreten, soweit sie nicht zuvor in derselben Angelegenheit die Gegenseite beraten bzw. vertreten haben oder andere Vertretungsverbote - z.B. eine zur Neutralität verpflichtende vorherige Tätigkeit als Notar - bestehen.

Im Rahmen der Beratung wird der Mandant über die Rechtslage, seine Erfolgschancen, die Möglichkeiten einer Beweissicherung und die anfallenden Kosten sowie das Kostenrisiko informiert.

Trotzdem kann es auch hier Ärger geben. Dann stellt sich oft die Frage „Haftet der Anwalt?“.

Tatsächlich gibt es die sogenannte Anwaltshaftung ...


Aber schon der Antrag eines Mahnbescheids birgt seine Tücken. Der Vordruck muss ganz genau ausgefüllt werden Wir zeigen Ihnen, auf was Sie dabei zu achten haben. Die Formulare bzw. Vordrucke dazu erhalten Sie inzwischen sogar online bei den Gerichten.

Gibt keiner nach, kommt es zum Prozess. Da ist es gut zu wissen, was in diesen Fällen auf Sie zukommt bzw. was Sie unbedingt zu beachten haben.

Ein Zivilprozess, dessen zwei streitende Parteien "Kläger/in und Beklagte/r" genannt werden, beginnt mit einer Klageschrift an das Gericht. Die in Form und Inhalt ordnungsgemäß zu verfassen, ist für Laien schwierig und sollte grundsätzlich in bedeutsamen Angelegenheiten einem "Profi", also einem Rechtsanwalt, überlassen werden.

Dennoch, im Unterschied zu den Gerichten höherer Ordnung, etwa den Landgerichten, kann beim Amtsgericht der rechtsuchende Bürger den Prozess auch ohne Anwalt selbst führen. Es herrscht kein Anwaltszwang.

Egal wie Sie sich entscheiden, sollten Sie die Vorgänge gut kennen. So verstehen Sie, was Ihr Anwalt macht. Und Sie laufen nicht Gefahr, wenn Sie ohne Anwalt prozessieren, etwas Wichtiges wie zum Beispiel Fristen zu versäumen.

Aber auch, wenn es nicht ums liebe Geld geht, endet manch ein Streit, der harmlos begann, vor Gericht. Deshalb sollten Sie, bevor Sie sich auf derartige juristische Raufhändel einlassen, unbedingt Ihr Kostenrisiko kennen. Denn Recht haben und Recht bekommen sind bekanntermaßen zweierlei.

So müssen Sie sich darüber im Klaren sein, wer einen Prozess führen will, hat die Gerichtskosten und gegebenenfalls die Kosten seines Rechtsanwalts vorzustrecken. Das Gericht wird erst nach Einzahlung des Gerichtskostenvorschusses tätig.

Im Laufe des Verfahrens können Auslagenvorschüsse für Zeugen und Sachverständige hinzu kommen. Die gesamten Kosten des Rechtsstreits hat grundsätzlich die unterliegende Partei zu tragen, bei teilweisem Unterliegen werden die Kosten entsprechend aufgeteilt.

Diese Kostentragungspflicht sagt aber noch nichts darüber aus, ob die andere Seite dann auch zahlen kann. Es kann leider passieren, dass man einen Prozess gewinnt, aber weder seine Klageforderung bekommt noch seine verauslagten Kosten erstattet erhält.

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