Vereinsausschluss wegen Verstoß gegen Kleiderordnung rechtens

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Gibt ein Verein eine bestimmte Kleiderordnung vor (z.B. ist Männern das Tragen ärmelloser T-Shirts untersagt), dürfen Verstöße dagegen geahndet werden – beispielsweise mit einem Vereinsausschluss. Ein betroffenes Vereinsmitglied hat in diesem Fall keinen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Ein Sportverein bot seinen Mitgliedern ein Training an Kraft- und Ausdauergeräten an. Der Verein regelte in einer von der Mitgliederversammlung beschlossenen Kleiderordnung, dass männlichen Mitgliedern das Tragen von ärmellosen Oberteilen verboten ist (sogenannten Muskel-Shirts). Ein Mitglied hielt sich nicht an das Verbot. Nach erfolgloser Abmahnung wurde es im Mai 2014 aus dem Verein ausgeschlossen.

Der Mann verlangte daraufhin ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 10.000,00 €, weil er sich durch den Ausschluss erheblich in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt fühlte.

Das Landgericht Duisburg sah keine schwerwiegende Verletzung des Persönlichkeitsrechts und versagte den Schmerzensgeldanspruch. Das Recht auf individuelle Gestaltung des äußeren Erscheinungsbildes (z.B. das Recht, die Sportbekleidung frei zu wählen), darf durch eine vereinsinterne Kleiderordnung eingeschränkt werden. Ein Verein ist berechtigt, eine Kleiderordnung für seine Mitglieder vorzugeben. Hier hatte die Mitgliederversammlung sich für ein Verbot des Tragens von Muskel-Shirts entschieden.

Diese Regelung gilt in der Abwägung der Interessen des Vereins und des betroffenen Mitglieds als angemessen. Denn es ist einem Mitglied zumutbar, ein einem Halbarm-Sport-T-Shirt zu trainieren.

Ein Mitglied unterwirft sich mit dem Beitrag zum Verein freiwillig den dort geltenden Regeln. Ist es damit nicht mehr einverstanden, bleibt die Möglichkeit, aus dem Verein auszutreten.

Für das Vereinsmitglied ist durch den Ausschluss kein wirtschaftlicher oder sozialer Schaden entstanden. Der Mann kann in jedem anderen Fitness-Studio weiterhin trainieren. Den Kontakt zu anderen Vereinsmitgliedern kann der Mann auch außerhalb des Vereins pflegen (LG Duisburg, Urteil vom 5.3.2015, 8 O 211/14 ).

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