Wer haftet, wenn ein schlafender Hund zum Hindernis wird?

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Der Tierhalter haftet auch für seinen schlafenden Hund, wenn das Tier zur Stolperfalle wird, beispielsweise, wenn sich ein Schäferhund im Eingangsbereich eines Ladenlokals zum Schlafen niederlässt.

Eine 61-jährige Kundin besuchte ein Reitsportgeschäft. Im Eingangsbereich des Ladens lag der Schäferhund der Verkäuferin und schlief. Der Geschäftsinhaber hatte ihr erlaubt, den Hund mit in den Laden zu bringen.

Als die Kundin sich von der Kasse dem Ausgang zuwenden wollte, übersah sie das schlafende Tier, stolperte und zog sich eine schwere Knieverletzung zu. Von der Tierhalterin verlangte sie unter anderem Schmerzensgeld in Höhe von rund 15.000,00 €.

Das Oberlandesgericht Hamm bejahte eine Haftung der Hundehalterin nach den Grundsätzen der Tierhalterhaftung. Diese gilt auch für schlafende Tiere, da sich mit dem Sturz eine dem Tier typischerweise anhaftende Gefahr verwirklicht hat. Das unbekümmerte Verhalten des Hundes, an einem beliebigen Ort zu liegen und zu schlafen, entspricht seiner tierischen Natur.

Fazit: Ein Schäferhund stellt auch schlafend eine Gefahr dar, für die sein Frauchen haftet. Die Verletzte trifft kein Mitverschulden an dem Sturz, weil das Tier nur schwer wahrzunehmen war (OLG Hamm, Urteil vom 15.2.2013, 19 U 96/12 ).

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