Wer bezahlt den Tierarzt für Streunerkatzen?

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Für die Antwort kommt es rechtlich auf die Unterscheidung zwischen Fundtieren und herrenlosen Tieren an: Für Fundtiere kommt die Gemeinde auf. Fundtiere sind verloren gegangen oder dauerhaft entlaufen. Sie haben oder hatten aber einen Halter. Wird dieser später ermittelt, hat er die Kosten zu erstatten. Herrenlose Tiere gehören niemanden. Sie sind ohne Besitzer geboren oder wurden ausgesetzt. Für diese Tiere sind die Behörden nicht zuständig. Ob ein Streuner in die eine oder andere Kategorie fällt, ist eine Frage des Einzelfalls.

Mehrere Katzen lebten auf einem verlassenen Gehöft. Da sich niemand um die Tiere kümmerte, nahm sich eine Tierschützerin ihrer an. Ihrer Ansicht nach ging es den Katzen gesundheitlich schlecht. Die Frau fing die Katzen ein und brachte sie ins Tierheim. Dort wurden sie tierärztlich behandelt, kastriert und gechipped.

Der Frau wurden Behandlungskosten in Höhe von 1.200,00 € in Rechnung gestellt, die sie zunächst aus eigenem Geldbeutel bezahlte. Danach verlangte sie das Geld von der Gemeinde zurück. Diese sei zuständig für die Unterbringung und Behandlung von Fundtieren. Die Gemeinde argumentierte, die Streunerkatzen seien herrenlos gewesen. Deshalb entfalle der Erstattungsanspruch.

Das Verwaltungsgericht Gießen folgte der Rechtsauffassung der Gemeinde. Eine Katze ist nur dann als Fundtier einzustufen, wenn sie entweder an einem für Katzen ungewöhnlichen oder fremden Ort vorgefunden oder in hilfloser Lage entdeckt wurde.

Hier hat die Frau die streunenden Katzen jedoch nicht gefunden, sondern sich auf eigene Faust um die Tiere gekümmert und diese eingefangen. Somit hat sie die Tierarztkosten selbst zu tragen (VG Gießen, Urteil vom 2.3.2016, 4 K 84/15.GI; n. rk. ).

Unser Rechtstipp:

Finden Sie ein hilfsbedürftiges Tier, melden Sie den Fund zunächst den zuständigen Behörden (z.B. Ordnungsamt, Polizei), bevor sie es in tierärztliche Behandlung geben. Andernfalls droht Ihnen, auf den Behandlungskosten sitzen zu bleiben.

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