Sturz aus großer Höhe: Seilpartner haftet nach Kletterunfall

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Beim Klettern müssen sich die Partner bedingungslos aufeinander verlassen können. Hält sich der Sicherungspartner nicht an die üblichen Absprachen, muss er im Falle eines Sturzes in voller Höhe Schadensersatz leisten.

Ein Mann sicherte seine Bekannte an einer Felswand in einem Klettergarten des Deutschen Alpenvereins. Während die Frau die Felswand des alten Steinbruchs erkletterte, sicherte er sie mit einem Seil vom Boden aus im so genannten "Top-Rope-" Verfahren. Als die Frau oben angekommen war, machte ihr Sicherungspartner einen schwerwiegenden Fehler. Statt zu warten, bis sie das übliche Kommando "Stand!" rief, löste er zu früh die Seilbremse. Die Frau fiel daraufhin aus 15 Meter Höhe ungesichert auf den Boden und verletzte sich schwer. Sie leidet bis heute körperlich und psychisch an den Folgen des Absturzes.

Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass der Mann aufgrund seines fahrlässigen Verhaltens umfassend für den Schaden haftet. Der Mann kann sich nicht auf eine Haftungsbeschränkung aufgrund der besonderen Gefahrenlage beim Klettern berufen. Denn anders als bei Sportarten, bei denen die Sportler gewisse Verletzungsrisiken im Lauf der sportlichen Interaktion in Kauf nehmen, sollen beim gesicherten Klettern durch die klare Aufgabenverteilung - einer klettert, einer sichert - die Gefahren gerade minimiert werden. Außerdem hat der Mann, als er die Seilbremse ohne entsprechendes Kommando löste, besonders gravierend gegen die Regeln verstoßen. Das führt auch bei Sportarten, denen eine erhebliche Verletzungsgefahr inne wohnt, zur Haftung (Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 5.11.2013, 9 U 124/13).

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