Hundehalter haftet für sein Tier auch in der Hundepension

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Gibt ein Hundehalter seinen Vierbeiner für mehrere Tage in eine Hundepension, haftet er, wenn der Hund dort eine Betreuerin verletzt. Gewerbliche und professionelle Hundebetreuung führt nicht zum Ausschluss der Tierhalterhaftung.

Ein Hundehalter hatte seine Border-Collie-Mischlingshündin für zehn Tage in eine Hundepension zur Betreuung gegeben. Als eine Tieraufseherin der Hundepension das Tier nach einem Spaziergang ableinen wollte, biss es sie in Ober- und Unterlippe. Sie machte den Hundehalter haftbar und forderte Schadensersatz.

Das Landgericht Oldenburg sah keinen Grund für einen Schadensersatzanspruch. Die Tierhalterhaftung greife hier nicht. Die Hundepension habe durch die Aufnahme des Hundes bewusst und freiwillig die Herrschaft über das Tier und das damit verbundene Risiko übernommen und somit einen Haftungsausschluss vereinbart.

Der Bundesgerichtshof widersprach dieser Auffassung. Hundebisse sind grundsätzlich der spezifischen Tiergefahr zuzurechnen, sodass die gesetzliche Tierhalterhaftung des BGB greift. Das Gesetz sieht nur ein sogenanntes Haftungsprivileg für Tiere vor, die aus beruflichen Gründen gehalten werden, etwa in der Landwirtschaft.

Weder die gewerbliche noch professionelle Tätigkeit als Hundepensionsbetreiber führt zu einem Ausschluss der Tierhalterhaftung. Die Hundepension setzt sich zwar mit der Aufnahme des Tieres einer erhöhten Tiergefahr aus. Dies entbindet aber den Tierhalter nicht von dessen gesetzlicher Haftung.

Dass die Tieraufseherin gewerblich tätig war, lässt sie nicht weniger schutzwürdig erscheinen. Ebenso spricht es nicht gegen die Haftung, dass der Tierhalter für mehrere Tage nicht auf seinen Hund einwirken konnte.

Der BGH hat den Fall an das Landgericht zurückverwiesen. Geprüft werden muss ein etwaiges Mitverschulden der Tieraufseherin (BGH, Urteil vom 25.3.2014, VI ZR 372/13 ).

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