Schulrecht: Zweimal "mangelhaft" - ohne Ausgleich keine Versetzung

 - 

Wird ein Gymnasiast, der in zwei Fächern die Note "mangelhaft" hat und nur eine davon durch bessere Noten ausgleichen kann, nicht versetzt, ist dies rechtlich nicht zu beanstanden.

Ein Gymnasialschüler hatte im Jahreszeugnis der Klassenstufe 7 in zwei Fächern die Note "mangelhaft" erhalten. Nur eine davon konnte er durch die Note "befriedigend" in zwei anderen Fächern ausgleichen. Deshalb wurde er nicht versetzt.

Vor dem Verwaltungsgericht wollte er seine einstweilige Zulassung in die 8. Klasse erstreiten. Da er eine Fünf ausgleichen könne, bleibe nur ein "mangelhaft" übrig. Aus Gründen der Gleichbehandlung müsse er ebenso versetzt werden wie ein Schüler, der nur einmal die Note "mangelhaft" im Zeugnis hat. Außerdem sei auf den Gesamtnotendurchschnitt abzustellen. Dieser könne in seinem Fall besser sein, als bei Mitschülern, die nur eine Fünf im Zeugnis stehen haben.

Das Verwaltungsgericht Mainz bestätigte jedoch die Entscheidung der Schule: Versetzung nur, wenn die mangelhaften Noten ausgeglichen werden können. Die Rechtsverordnung schreibt ausdrücklich vor, dass bei zwei (oder mehr) "mangelhaften" Zeugnisnoten eine Versetzung nur erfolgt, wenn alle diese Noten ausgeglichen werden können. Denn gute Noten in anderen Fächern lassen den Schluss zu, dass der Schüler genügend Leistungsreserven aufweist, um schulische Defizite ausgleichen zu können.

Dass ein Schüler mit nur einer Fünf im Zeugnis einen schlechteren Gesamtnotendurchschnitt haben kann, ist rechtlich unerheblich. Denn für die Versetzung kommt es allein auf die Anzahl der Fächer mit nicht ausreichenden Leistungen an (VG Mainz, Beschluss vom 8. 6. 2008, Az. 6 L 654/08.MZ).

Wenn Sie mehr über die rechtliche Seite des Schulbesuchs wissen wollen, lesen Sie in den "Rechtstipps" die Gruppe 6.

Weitere News zum Thema

  • Mindestlohn als Grundlage der Nachzahlung für Dauerpraktikantin

    [] Eine als Praktikantin angestellte Mitarbeiterin, die mehr als fünf Jahre lang 43 Stunden pro Woche für ein Monatsgehalt von nur 300,00 € beschäftigt war, kann verlangen, dass der Arbeitgeber Vergütung, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge nachzahlt. Grundlage der Vergütung für Dauerpraktikanten ist der Mindestlohn. mehr

  • Schülerin wegen Beleidigung eines Lehrers auf Facebook verurteilt

    [] Cybermobbing ist ein insbesondere an Schulen verbreitetes Problem – meist tritt es unter Schülern auf. Doch es trifft auch Lehrer. Hier wehrte sich ein Pädagoge mit den Mitteln des Strafrechts gegen ein Posting auf Facebook und erstattete Anzeige. Eine 14-jährige Schülerin wurde wegen Beleidigung des Lehrers auf ihrer Facebook-Seite zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. mehr

  • Entgeltfortzahlung auch während einer ambulanten Kur?

    [] Gesetzlich Versicherte haben während einer ambulanten Vorsorgekur gegen ihren Arbeitgeber nur dann einen Entgeltfortzahlungsanspruch, wenn die vom Sozialleistungsträger (z.B. der Krankenkasse) bewilligte Maßnahme in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation i.S.d. § 107 Abs. 2 SGB V durchgeführt wird und keinen urlaubsmäßigen Zuschnitt hat. Betroffene müssen daher gegebenenfalls Urlaub nehmen, um die Kur durchführen zu können. mehr

  • Schulessen muss kein veganes Angebot umfassen

    [] Schüler an einer Ganztagsschule haben keinen Anspruch auf veganes Mittagessen. Es besteht keine rechtliche Verpflichtung, die gesamte Vielfalt verschiedener Ernährungsüberzeugungen von Eltern und Kindern im Ernährungsangebot der Schule zu berücksichtigen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.