Schule: Wer haftet für Schneeballschlacht an der Bushaltestelle?

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Eine Schneeballschlacht unter Schülern an einer ca. 100 Meter von der Schule entfernten Bushaltestelle gilt als "schulbezogen". Geht dabei ein Schneeball "ins Auge", kommt für die Schadensfolgen ausschließlich die Unfallversicherung auf.

Zwei Schüler warteten nach dem Unterricht gemeinam an einer ca. 100 Meter von der Schule entfernten Bushaltestelle auf den Bus. Dort lieferten sie sich eine Schneeballschlacht. Dabei wurde einer der Jungen am Auge verletzt. Die Unfallversicherung kam zunächst für die Behandlungskosten auf, forderte später jedoch rund 1.400 Euro von dem Jungen zurück, der seinen Mitschüler mit dem Schneeball verletzt hatte. Darüber kam es zum Rechtsstreit.

Der Bundesgerichtshof entschied: Für Schulunfälle hat ausschließlich die Unfallversicherung aufzukommen. Sie kann den Schädiger deswegen nicht in Regress nehmen. Das gilt auch, wenn sich ein Schüler außerhalb des Schulgeländes verletzt. Bei einer Schneeballschlacht nahe der Schule (hier: in 100 Meter Enfernung) und unmittelbar nach Schulschluss handelt um einen Schulunfall. Die Verletzung resultiert aus einem schulischen Kontakt. Die Anspannung durch den Schulbesuch endet nicht mit dem Verlassen des Schulgebäudes, urteilten die obersten Bundesrichter.

Nicht schulbezogen wäre der Unfall allerdings dann, wenn die Augenverletzung vorsätzlich herbeigeführt worden wäre. Davon ist jedoch bei einer Schneeballschlacht unter Schülern nicht auszugehen (BGH, Urteil vom 15. 7. 2008, Az. VI ZR 212/07).

Mehr zum gesetzlichen Unfallversicherungsschutz von Schülern erfahren Sie in Gruppe 6c der "Rechtstipps".

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