Schule: Täuschung bei Prüfung rechtfertigt Bewertung mit "ungenügend"

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Orientiert sich eine Schülerin bei Abschlussprüfungen auffallend dicht an den Musterlösungen der Lehrer, können die Klausuren wegen Täuschung mit "ungenügend" bewertet werden.

Eine bis dahin eher mittelmäßige Schülerin hatte bei ihren Abschlussprüfungen in der Realschule hervorragende Klausuren abgegeben. Doch statt der erhofften sehr guten Noten im Abschlusszeugnis, waren ihre Leistungen in Deutsch, Englisch und Mathematik mit "ungenügend" bewertet worden. Begründung: Die Schülerin habe geschummelt, sie kannte die von den Lehrern eingereichten Musterlösungen. Zu dieser Überzeugung kam die Schule und die vom Schulamt beauftragten Sachverständigen.

Die Schülerin klagte gegen die Bewertung. Sie wollte in den drei Fächern jeweils die Note "sehr gut" erreichen, um zur gymnasialen Oberstufe zugelassen zu werden. Ihre sehr guten Leistungen in der Prüfung erklärte sie durch eine sehr intensive Vorbereitung - auch mit Nachhilfelehrern.

Der Vater der Schülerin - den ehemaligen Büroleiter im Staatlichen Schulamt Fulda - stand wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der Geheimhaltungspflicht vor Gericht. Das Amtsgericht Fulda ging zwar davon aus, dass seine Tochter die Musterlösungen kannte, sprach den Vater aber aus Mangel an Beweisen frei.

Das Verwaltungsgericht Kassel bestätigte die Bewertung der Prüfungsarbeiten. Die Note "ungenügend" ist gerechtfertigt, weil die "markanten Übereinstimmungen" mit den Musterlösungen nicht allein mit Fleiß und Nachhilfeunterricht zu erklären sind.

Die herausragende Leistung ist vielmehr eher damit zu begünden, dass die Schülerin die Lösungen kannte. Denn die Schülerin war bislang deutlich schlechter in der Schule. Zudem hat sie bei einer Hausarbeit Texte aus dem Internet ungekennzeichnet übernommen, war also des Schummelns bereits einmal überführt (VG Kassel, Urteil vom 5. 4. 2011, Az. 3 K 1304/09.KS).

 

 

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