Schule: Befreiung vom Schwimmunterricht für Muslima?

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Bekleidungsvorschriften für Muslime gelten erst ab der Pubertät. Deshalb kommt eine Befreiung vom Schwimmunterricht für Grundschülerinnen nicht in Betracht.

Die Eltern einer 9-jährigen Grundschülerin beantragten, ihre Tochter vom gemeinsamen Schwimmunterricht mit den Jungen ihrer Klasse zu befreien. Sie begründeten dies mit der strengen Auslegung des Korans, wonach Kinder schon ab dem 7. Lebensjahr vor sexuellen Versuchungen zu bewahren sind. Sie wandten sich auch gegen das Tragen eines so genannten "Burkini". Darunter versteht man einen 2-teiligen Schwimmanzug für Muslima mit integrierte Kopfbedeckung, der die Anforderungen der für islamische Frauen geltenden Körperbedeckung erfüllt. Die Eltern des Mädchens machten geltend, der Schwimmanzug stelle eine Gefahr für Leib und Leben dar, denn er könne sich mit Wasser vollsaugen und die Tochter beim Schwimmen behindern.

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen wies die Einwände der Eltern zurück. Es stellte in einem unanfechtbaren Beschluss fest, muslimische Mädchen im Grundschulalter haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Befreiung vom koedukativen Schwimmunterricht. Es ist ihnen zumutbar, einen Burkini zu tragen, der den islamischen Bekleidungsvorschriften entspricht. Dieser Schwimmanzug schützt die Schülerinnen vor den Blicken anderer. Das Tragen eines Burkini ist sowohl in islamischen Ländern als auch in Deutschland durchaus üblich.

Sofern der Burkini zu Hänseleien Anlass gebe, sind die Lehrer in der Pflicht. Sie müssen geeignete pädagogische Maßnahmen ergreifen, damit die Mitschüler mit der muslimischen Schülerin verständnisvoll, tolerant und respektvoll umgehen (OVG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 20. 5. 2009, Az. 19 B 1362/08).

Was Eltern und Schüler über die rechtliche Seite des Schulbesuches wissen sollten, erfahren Sie in den "Rechtstipps" in Gruppe 6.

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