Resturlaub verfällt nicht beim Wechsel von Voll- in Teilzeitarbeit

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Wer als Vollzeitbeschäftigter während des Urlaubsjahres in eine Teilzeitbeschäftigung wechselt, darf die während der Vollzeitbeschäftigung erworbenen Urlaubstage in vollem Umfang nehmen. Das gilt selbst dann, wenn die Teilzeitbeschäftigung an weniger Tagen in der Woche als bisher ausgeübt wird.

Eine Arbeitnehmerin war zunächst vollzeitbeschäftigt. Nach ihrer Elternzeit verringerte sie ihre Arbeitszeit auf drei Tage pro Woche. Bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit standen ihr noch 29 Tage Resturlaub aus der früheren Vollzeitbeschäftigung zu.

Als sie diesen Resturlaub nehmen wollte, berechnete der Arbeitgeber die Dauer des Urlaubs neu und reduzierte sie auf 17 Tage. Dazu wurden die bereits erworbenen Ansprüche dem Verhältnis der neuen zur alten Zahl der Arbeitstage angepasst (hier: 29 ./. 5 x 3 = 17, 4 Tage, abgerundet auf 17 Tage).

Damit wollte sich die Arbeitnehmerin nicht abfinden und klagte auf Feststellung, dass ihr der ursprünglich erworbene Resturlaub zustehe.

Der Europäische Gerichtshof gab der Frau Recht. Es ist unzulässig, einem vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer wegen des Wechsels von einer Vollzeit- auf eine Teilzeitstelle die im laufenden Urlaubsjahr erworbenen Urlaubsanprüche, die im Bezugszeitraum nicht genommen werden konnten, umzurechnen und anteilig zu kürzen. Das gilt selbst dann, wenn der Urlaub nicht in Stunden, sondern in Tagen berechnet wird und der Arbeitnehmer an weniger Tagen als bisher teilzeitbeschäftigt ist.

Beachten Sie: Dieser Grundsatz bezieht sich nur auf den gesetzlich festgelegten Mindesturlaub. Für tarif- oder arbeitsvertraglich geregelten Mehrurlaub kann etwas anderes vereinbart werden (EuGH, Urteil vom 13.6.2013, C-415/12, NJW Spezial 2013 S. 466).

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