Nachhilfe: Volljähriger Schüler muss Unterricht selbst bezahlen

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Nehmen volljährige Schüler Nachhilfe, müssen sie dafür in der Regel selbst aufkommen. Die Eltern übernehmen die Kosten nur, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde, oder es sich aus den Umständen ergibt, dass sie Vertragspartner des Lehrers wurden. Allein die Tatsache, dass die Rechnung an den Vater geschickt wird, reicht aber nicht aus.

Ein volljähriger Schüler der Kollegstufe hatte bei einem Lehrer Nachhilfe im Fach Biologie genommen. Im Vorfeld hatte der Lehrer gefragt, wohin er die Rechnung für den Unterricht schicken solle. Der Schüler hatte ihn an seinen Vater verwiesen. Nach zehn Stunden stellte der Lehrer 826 Euro in Rechnung. Diese Rechnung wurde vom Vater jedoch nicht beglichen. Auch der Schüler zahlte nicht. So ging der Fall vor Gericht, wo man sich darüber stritt, wer denn nun Vertragspartner des Lehrers ist.

Das Amtsgericht München stellte klar: Wer einen Auftrag erteilt, muss für dessen Ausführung auch bezahlen. Hier hat der volljährige Schüler den Weg zum Nachhilfelehrer aus eigenem Antrieb gesucht und die Nachhilfestunden in Anspruch genommen. Er wurde somit Vertragspartner und muss deshalb den Unterricht auch bezahlen.

Da volljährige Schüler in der Regel über eigenes Geld verfügen (z. B. Einnahmen aus Nebenjobs, Taschengeld, sonstiges Vermögen), können sie für die Nachhilfe auch selbst aufkommen. Zumal die Notwendigkeit von Nachhilfestunden regelmäßig auf eigene schulische Versäumnisse zurückzuführen ist.

Eine andere rechtliche Beurteilung kommt nur dann in Betracht, wenn ein Fall der sogeannten Stellvertretung vorliegt. Doch der Schüler hat nicht im Namen seines Vaters gehandelt. Auch aus den Umständen ergibt sich keine andere Bewertung. Die Tatsache allein, dass die Rechnung an den Vater adressiert wurde, reicht nicht aus, um ihn zum Vertragspartner zu machen (AG München, Urteil vom 17. 7. 2009, Az. 171 C 19789/08).

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