Fehlende Masernimpfung Grund genug für befristeten Schulausschluss

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Nicht geimpfte Kinder können vorübergehend vom Besuch der Schule ausgeschlossen werden. Das Interesse der Kinder am Schulbesuch tritt hinter den Schutz vor der mitunter tödlich verlaufenden Krankheit zurück. Die notwendig werdende anderweitige Betreuung der Kinder in dieser Zeit fällt in den Risikobereich der Eltern.

An einer Waldorfschule in Berlin-Steglitz-Zehlendorf waren wiederholt Schüler an Masern erkrankt. Daraufhin ordnete das zuständige Gesundheitsamt unter anderem für alle erkrankten und nicht geimpften Schüler ein Schulbetretungsverbot an.

Ein Vater von mehreren Schülern, die vom Ausschluss betroffen waren, lehnt Impfungen grundsätzlich ab. Er wandte sich gegen das seiner Meinung nach unverhältnismäßige 14-tägige Schulverbot und versuchte im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes, seine Kinder zum Unterricht zuzulassen.

Doch das Verwaltungsgericht Berlin bestätigte die Rechtsauffassung des Gesundheitsamts. Das vorübergehende Schulverbot ist notwendig, um angesichts der hohen Ansteckungsgefahr der Krankheit effektiven Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Das gilt gerade auch gegenüber nicht geimpften Schülern, die während der Schule Kontakt zu später nachweisbar an Masern erkrankten Mitschülern hatten. Schließlich handelt es sich bei Masern um eine Krankheit, die tödlich verlaufen kann. Eine Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also beispielsweise durch Sprechen, Husten oder Niesen.

Die 14-tägige Frist ist nicht zu lange bemessen, denn sie orientiert sich an der der üblichen Inkubationszeit bei Masern und der Dauer der Ansteckungsfähigkeit.

Fazit: Es gehört zum allgemeinen Lebensriskio von Eltern schulpflichtiger Kinder, dass sie vorübergehend für deren anderweitige Betreuung sorgen müssen (VG Berlin, Beschluss vom 18. 2. 2010, Az. VG 3 L 35.10).

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