Berufsausbildungsvertrag: Azubi hat Anspruch auf schriftlichen Vertrag

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Azubis haben Anspruch auf einen Ausbildungsvertrag. Gibt es keinen schriftlichen Vertrag und wird er auch auf Aufforderung nicht dem zuständigen Gremium (hier: Landesapothekerkammer) vorgelegt, droht dem Ausbildenden ein empfindliches Bußgeld.

Ein Apotheker bildete eine junge Frau zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) aus. Etwa neun Monate nach Ausbildungsbeginn wurde der Landesapothekerkammer das Ausbildungsverhältnis bekannt. Die Kammer forderte den Apotheker auf, den Ausbildungsvertrag zur Genehmigung vorzulegen. Dem kam der Mann nicht nach.

Da ihn die Landesapothekerkammer bereits einmal angemahnt hatte, weil er einen Ausbildungsvertrag erst rückwirkend vorgelegt hatte, ahndete sie den neuerlichen Pflichtenverstoß mit einem Verweis und einer Geldbuße in Höhe von 7.000 Euro.

Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgericht Mainz waren diese Sanktionen gerechtfertigt. Der Apotheker hat pflichtwidrig gehandelt. Er hat den wesentlichen Vertragsinhalt des Berufsausbildungsvertrages nicht schriftlich festhalten. Seine Auszubildende erhielt keine Ausfertigung des Vertrages. Schließlich hat er nicht beantragt, dass das Berufsausbildungsverhältnisses in das entsprechende Verzeichnis bei der Landesapothekerkammer eingetragen wird. Diese gravierenden Versäumnisse rechtfertigen die verhängten Maßnahmen (VG Mainz, Urteil vom 5. 11. 2009, Az. BG-H 3/09.MZ).

Rechtstipp
Auch ein mündlich geschlossener, nicht unterschriebener oder nicht ausgehändigter Ausbildungsvertrag ist wirksam, doch drohen dem Ausbildenden Sanktionen. Was Sie sonst noch über das Berufsausbildungsverhältnis wissen müssen, erfahren Sie in den "Rechtstipps" in Gruppe 6.

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