Arbeitszeugnis: Nicht immer Anspruch auf Dankes- und Schlussfloskel

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Arbeitszeugnisse müssen nicht in jedem Fall eine "Dankes- und Wunschformel" enthalten. Dies gilt zumindest dann, wenn die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers nur als "durchschnittlich" bewertet wurden.

Ein Autoverkäufer war nach mehrjähriger Beschäftigung fristlos gekündigt worden. Im Rahmen des Kündigungsschutzprozesses schlossen die Parteien einen Vergleich. Darin wurde auch vereinbart, dass der Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen muss, in dem die Gesamtleistung mit "zur vollen Zufriedenheit" bewertet wird. Dies wurde dem ehemaligen Mitarbeiter auch so bescheinigt. Allerdings fehlte am Ende des Zeugnisses die übliche "Dankes- und Wunschformel". Darin sah der Arbeitnehmer eine Entwertung des Zeugnisinhaltes und er verlangte deshalb folgende Ergänzung:

"Wir danken Herrn (...) für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute".

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf stellte dazu fest: Zwar ist eine Schlussfloskel allgemein üblich. Deshalb kann ein Fehlen der Floskel das Arbeitszeugnis möglicherweise herabsetzen. Aber: Wer nur durchschnittliche Arbeitsleistungen erbracht hat, kann allenfalls eine bewertungsneutrale Schlussformulierung verlangen, beispielsweise dass der Arbeitgeber dem Mitarbeiter für den künftigen Berufsweg alles Gute wünscht. Zusätzlichen schriftlichen Ausdruck von Dank und Bedauern schuldet der Arbeitgeber in diesen Fällen nicht (LAG Düsseldorf, Urteil vom 21. 5. 2008, Az. 12 Sa 505/08, n. rk.).

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