Arbeitszeugnis: Nicht immer Anspruch auf Dankes- und Schlussfloskel

 - 

Arbeitszeugnisse müssen nicht in jedem Fall eine "Dankes- und Wunschformel" enthalten. Dies gilt zumindest dann, wenn die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers nur als "durchschnittlich" bewertet wurden.

Ein Autoverkäufer war nach mehrjähriger Beschäftigung fristlos gekündigt worden. Im Rahmen des Kündigungsschutzprozesses schlossen die Parteien einen Vergleich. Darin wurde auch vereinbart, dass der Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen muss, in dem die Gesamtleistung mit "zur vollen Zufriedenheit" bewertet wird. Dies wurde dem ehemaligen Mitarbeiter auch so bescheinigt. Allerdings fehlte am Ende des Zeugnisses die übliche "Dankes- und Wunschformel". Darin sah der Arbeitnehmer eine Entwertung des Zeugnisinhaltes und er verlangte deshalb folgende Ergänzung:

"Wir danken Herrn (...) für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute".

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf stellte dazu fest: Zwar ist eine Schlussfloskel allgemein üblich. Deshalb kann ein Fehlen der Floskel das Arbeitszeugnis möglicherweise herabsetzen. Aber: Wer nur durchschnittliche Arbeitsleistungen erbracht hat, kann allenfalls eine bewertungsneutrale Schlussformulierung verlangen, beispielsweise dass der Arbeitgeber dem Mitarbeiter für den künftigen Berufsweg alles Gute wünscht. Zusätzlichen schriftlichen Ausdruck von Dank und Bedauern schuldet der Arbeitgeber in diesen Fällen nicht (LAG Düsseldorf, Urteil vom 21. 5. 2008, Az. 12 Sa 505/08, n. rk.).

Weitere News zum Thema

  • Mindestlohn als Grundlage der Nachzahlung für Dauerpraktikantin

    [] Eine als Praktikantin angestellte Mitarbeiterin, die mehr als fünf Jahre lang 43 Stunden pro Woche für ein Monatsgehalt von nur 300,00 € beschäftigt war, kann verlangen, dass der Arbeitgeber Vergütung, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge nachzahlt. Grundlage der Vergütung für Dauerpraktikanten ist der Mindestlohn. mehr

  • Schülerin wegen Beleidigung eines Lehrers auf Facebook verurteilt

    [] Cybermobbing ist ein insbesondere an Schulen verbreitetes Problem – meist tritt es unter Schülern auf. Doch es trifft auch Lehrer. Hier wehrte sich ein Pädagoge mit den Mitteln des Strafrechts gegen ein Posting auf Facebook und erstattete Anzeige. Eine 14-jährige Schülerin wurde wegen Beleidigung des Lehrers auf ihrer Facebook-Seite zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. mehr

  • Entgeltfortzahlung auch während einer ambulanten Kur?

    [] Gesetzlich Versicherte haben während einer ambulanten Vorsorgekur gegen ihren Arbeitgeber nur dann einen Entgeltfortzahlungsanspruch, wenn die vom Sozialleistungsträger (z.B. der Krankenkasse) bewilligte Maßnahme in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation i.S.d. § 107 Abs. 2 SGB V durchgeführt wird und keinen urlaubsmäßigen Zuschnitt hat. Betroffene müssen daher gegebenenfalls Urlaub nehmen, um die Kur durchführen zu können. mehr

  • Schulessen muss kein veganes Angebot umfassen

    [] Schüler an einer Ganztagsschule haben keinen Anspruch auf veganes Mittagessen. Es besteht keine rechtliche Verpflichtung, die gesamte Vielfalt verschiedener Ernährungsüberzeugungen von Eltern und Kindern im Ernährungsangebot der Schule zu berücksichtigen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.