Arbeitszeugnis: Kein Anspruch auf Ergänzung der Schlussfloskel

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Eine Schlussfloskel zählt nicht zum Kern des gesetzlich geschuldeten Zeugnisinhaltes. Deshalb hat ein Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Ergänzung der Höflichkeitsbekundung am Ende eines qualifizierten Zeugnisses.

Der Leiter eines Baumarktes verließ nach elf Jahren das Unternehmen. Im Arbeitszeugnis erhielt er die Gesamtbeurteilung "gut". Das Zeugnis endete mit folgender Schlussformulierung: "Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute".

Der Arbeitnehmer bemängelte, die Wunschformel sei unzureichend und entwerte sein ansonsten gutes Zeugnis. Er verlangte von seinem ehemaligen Arbeitgeber die Ergänzung der Formulierung: "Wir bedanken uns für die langjährige Zusammenarbeit und wünschen Ihnen für die private und berufliche Zukunft alles Gute".

Das Landesarbeitgericht Baden-Württemberg stellte klar, der Mitarbeiter kann keine Zeugnisergänzung verlangen. Denn zum gesetzlich notwendigen Inhalt eines qualifizierten Zeugnisses zählt die Schlussfloskel nicht.

Deshalb ist eine einfache, aber höfliche Schlussformel im Arbeitszeugnis ausreichend und zulässig, sofern Sie keinen Bezug zum Verhalten und/oder der Leistung des beurteilten Arbeitnehmers aufweist. Das Verbot des sogenannten "beredten Schweigens", wonach bewusste Auslassungen als Geheimzeichen unzulässig sind, bezieht sich nur auf die Beurteilung des Leistungs- und Führungsverhaltens (z. B. sagt das Zeugnis nichts über die Ehrlichkeit bei der Beurteilung eines Kassiers aus).

Diese Grundsätze sind jedoch nicht auf die Schlussfloskeln eines Zeugnisses anzuwenden. Aus einer "lediglich höflichen" Formulierung kann kein künftiger Arbeitgeber herauslesen, dass im Arbeitsverhältnis möglicherweise nicht "alles gut" gewesen sei. Sie setzt die Bewertung des Arbeitnehmers nicht herab (LAG Baden-Württemberg, Urteil vom 3. 2. 2011, Az. 21 Sa 74/10 (n. rk.)).

 

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