Arbeitsverhältnis: Falsche Anrede im Absageschreiben begründet keinen Schadensersatz

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Eine fehlerhafte Anrede im Ablehnungsschreiben einer Bewerbung stellt nicht unbedingt eine Diskriminierung wegen ethnischer Herkunft dar. Vielmehr ist es naheliegend, dass ein bloßer Bearbeitungsfehler vorliegt.

Eine Frau hatte sich um eine Stelle als lebensmitteltechnische Assistentin beworben und war abgelehnt worden. Im Ablehnungsschreiben war sie fälschlich mit "Sehr geehrter Herr" angesprochen worden.

Die Bewerberin verlangte daraufhin Schadensersatz wegen Benachteiligung aufgrund ihrer ethnischen Herkunft in Höhe von 5.000 Euro. Sie trug vor, wegen ihres Migrationshintergrundes bei der Stellenbesetzung nicht berücksichtigt worden zu sein. Die falsche Anrede belege, dass man ihre Bewerbung offensichtlich allein wegen ihres ausländischen Namens aussortiert habe. Denn aus ihrer mit Foto eingereichten Bewerbung gehe eindeutig hervor, dass sie weiblich sei.

Das Arbeitsgericht Düsseldorf versagte ihr den Entschädigungsanspruch. Dieser setzt voraus, dass die Frau wegen eines der in § 1 AGG genannten Merkmale wie der Rasse oder ethnischen Herkunft benachteiligt worden ist. Dafür muss sie Tatsachen vortragen, die nach allgemeiner Lebenserfahrung eine solche Benachteiligung wahrscheinlich machen (§ 22 AGG). Diese müsste der Arbeitgeber dann entkräften. Doch hier genügt der Vortrag der Bewerberin nicht, die Beweislast umzukehren. Die Verwechslung in der Anrede lässt eher auf einen schlichten Bearbeitungsfehler schließen (ArbG Düsseldorf, Urteil vom 9. 3. 2011, Az. 14 Ca 908/11).

 

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