Arbeitsverhältnis: Zur Schadensersatzpflicht bei vorgetäuschter Krankheit

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Ein Mitarbeiter, der seine Krankheit fingiert, kann von seinem Arbeitgeber zur Kasse gebeten werden. Er muss die Detektivkosten tragen, wenn dieser ihn beim "Blaumachen" erwischt.

Ein als Brief- und Zeitungszusteller tätiger Arbeitnehmer meldete sich arbeitsunfähig krank. Daraufhin beschäftigte der Arbeitgeber die Ehefrau des Mitarbeiters als dessen Vertretung. Der Mann half trotz Krankschreibung seiner Frau beim nächtlichen Zustelleinsatz. Dabei wurde er gesehen. Der Arbeitgeber ließ ihn daraufhin von einem Detektiv überwachen, der den Verdacht bestätigte. Dem Mitarbeiter stellte der Arbeitgeber daraufhin die Kosten für den Detektiveinsatz in Rechnung - immerhin 2.500 Euro.

Dies zu recht, wie die Richter am Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz befanden. Wer seine Arbeitsunfähigkeit nur vortäuscht, macht sich unter Umständen schadensersatzpflichtig. Ein Arbeitgeber darf einen Detektiv einschalten, wenn der Verdacht besteht, ein Mitarbeiter mache blau.

Bestätigt sich der Verdacht, hat der Arbeitnehmer die Gesamtkosten des Detektiveinsatzes zu bezahlen. Das gilt auch, wenn die Beobachtung des Mitarbeiters mehrere Tage bzw. Nächte dauert, um den Verdacht ausreichend zu belegen.

Dem Mann half auch das Argument nicht weiter, er sei trotz Krankschreibung gesund genug für einen 2-stündigen Hilfseinsatz gewesen. Das widerspricht dem ärztlichen Attest, das eine generelle Arbeitsunfähigkeit auswies. Folge: Der Mann hat entweder seine Arbeitsunfähigkeit vorgetäuscht oder seine Genesung verzögert und gefährdet. Beides verletzt arbeitsvertragliche Pflichten und führt zur Schadensersatzpflicht (LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 20. 8. 2008, Az. 7 Sa 197/08, B+P 2008 S. 101).

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