Arbeitsverhältnis: Schadensersatz wegen Mobbing

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Ein Arbeitgeber muss Schadensersatz und Schmerzensgeld zahlen, wenn er Mobbing in seinem Betrieb nicht unterbindet, beispielsweise wenn ein Arbeitnehmer durch einen Vorgesetzten gezielt zur Aufgabe seines Arbeitsplatzes gedrängt wird.

Das Verhältnis einer als Pflegedienstleiterin beschäftigten Angestellten zu ihrem Vorgesetzten war über lange Zeit von Konflikten geprägt. Der Mann schikanierte und demütigte die Mitarbeiterin systematisch, indem er ihre Entscheidungen ungefragt rückgängig machte, sie nicht anhörte, unbegründete Hausverbote aussprach und allgemein herabwürdigend über Frauen sprach. Er versuchte so über Jahre, die Frau zur Aufgabe ihres Arbeitsplatzes zu bewegen. Diese macht nun Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend. Sie sei durch das Verhalten ihres Vorgesetzten in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt worden.

Das Arbeitsgericht Cottbus sprach ihr Schmerzengeld in Höhe von 30.000 Euro. Außerdem sind alle weiteren, auf diesen Vorfällen beruhenden, eventuell später auftretende Gesundheits-, Vermögens- und sonstige Schäden zu ersetzen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Vorgesetzte die Frau mobbte. Zwar führt nicht jeder Konflikt am Arbeitsplatz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einer Persönlichkeitsrechtsverletzung, die ein Schmerzensgeld rechtfertigt. Anders aber, wenn ein anhaltend schikanöses und diskriminierendes Verhalten vorliegt. Hier sollte die Mitarbeiterin durch Mobbing zur Aufgabe ihres Arbeitsplatzes bewegt werden.

Der Arbeitgeber muss sich hier das Verhalten seines leitenden Angestellten zurechnen lassen. Er hat dessen Schikanen nicht verhindert und damit seine Fürsorgepflicht verletzt. Deshalb haften sie gemeinsam (ArbG Cottbus, Urteil vom 8. 12. 2009, Az. 7 Ca 1960/08).

Rechtstipp
Mobbing am Arbeitsplatz? Wie Betroffene sich wehren können, lesen Sie in den "Rechtstipps" in Gruppe 12.

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