Arbeitsverhältnis: Besonderheit bei der Kündigung Minderjähriger

 - 

Ein Arbeitgeber muss die Kündigung eines minderjährigen Arbeitnehmers oder Auszubildenden gegenüber dem gesetzlichen Vertreter aussprechen. Die Form ist gewahrt, wenn der Minderjährige auf Bitten des Arbeitgebers ein an die Eltern gerichtetes Kündigungsschreiben übergibt.

Einer minderjähriger Auszubildenden wurde nach Anhörung des Betriebsrats innerhalb der Probezeit gekündigt. Der Arbeitgeber fertigte zwei Kündigungsschreiben an. Das eine war an die Auszubildende, das andere an deren Eltern adressiert. Der Arbeitgeber übergab dem Mädchen beide Briefe mit der Bitte, den Brief den Eltern auszuhändigen. Die Auszubildende quittierte den Erhalt beider Schreiben und zeigte sie auch ihren Eltern. Im Streit um die Wirksamkeit der Kündigung argumentierte das Mädchen jedoch, die Kündigung sei ihren Eltern nicht wirksam zugegangen.

Das sahen die Richter am Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein anders: Wird einem minderjährigen Auszubildenen oder Arbeitnehmer gekündigt, muss die Kündigugn dem gesetzlichen Vertreter zugehen. Das ist hier der Fall: Die Auszubildende hat ihren Eltern das Kündigungsschreiben gezeigt. Die Eltern haben das Schreiben durchgelesen und somit von der Kündigung Kenntnis erlangt. Der Arbeitgeber durfte die Minderjährige als Erklärungsbotin einsetzt. Eine förmliche Beauftragung ist nicht notwendig, die geäußerte Bitte reicht aus (LAG Schleswig-Holstein, Beschluss v. 20. 3. 2008, Az. 2 Ta 45/08).

Wenn Sie mehr über die Rechte und Pflichten im Berufsausbildungsverhältnis erfahren wollen, lesen Sie in den "Rechtstipps" die Gruppe 6.

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Rechtstipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.