Arbeitsverhältnis: Arbeitgeber kann Krankmeldung schon am ersten Tag verlangen

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Arbeitgeber dürfen bereits für den ersten Tag die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen. Wer diese verspätet vorlegt, riskiert nach einer erfolglosen Abmahnung eine Kündigung - im Einzelfall auch außerordentlich.

Ein 47-jähriger Hilfsarbeiter, der knapp 25 Jahre bei seinem Arbeitgeber beschäftigt war, hatte sich wiederholt verspätet krank gemeldet. Er war deswegen abgemahnt worden. Im Jahr 2008 vereinbarte der Arbeitgeber mit ihm, zukünftig bereits am ersten Tag einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit eine entsprechende ärztliche Bescheinigung vorzulegen.

Im Oktober 2008 legte der Mitarbeiter bei drei krankheitsbedingten Fehlzeiten die Krankmeldung jedoch nicht am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit vor, sondern mit zwei bis 14 Tagen Verspätung. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis außerordentlich mit sofortiger Wirkung.

Es kam zum Rechtsstreit. Der Arbeitnehmer erklärte, er habe sich telefonisch krank gemeldet. Außerdem sei die Kündigung unangemessen. Aufgrund seiner langjährigen Betriebszugehörigkeit hätte der Arbeitgeber mildere Sanktionsmittel als den sofortigen Verlust des Arbeitsplatzes in Betracht ziehen müssen (z. B. Zurückbehaltung der Entgeltfortzahlung).

Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein stellte klar: Der Arbeitgeber darf nicht nur ab dem ersten Tag, sondern bereits für den ersten Tag die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit verlangen. Diese Aufforderung ist weder willkürlich noch für den Arbeitnehmer unzumutbar.

Der betroffene Mitarbeiter konnte nicht überzeugend begründen, weshalb er nicht unverzüglich einen Arzt aufgesucht hat. Die wiederholte verspätete Vorlage einer Krankmeldung stellt ein vertragswidriges Verhalten dar. Es ist als wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung geeignet.

Allerdings wurde im Rahmen der Interessensabwägung das Alter und die lange Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers berücksichtigt. Dies führte im Ergebnis zur außerordentlich Kündigung mit sozialer Auslauffrist bis zum 30. 6. 2009 (LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 13. 10. 2009, Az. 2 Sa 130/09).

Rechtstipp
Wenn Sie mehr über die rechtlichen Spielregeln der außerordentlichen Kündigung erfahren wollen, lesen Sie den "Rechtstipps" die Gruppe 6.

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