Unfallversicherungsschutz auch bei Projektarbeit außerhalb der Schule

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Der Unfall eines Schülers ist auch dann versichert, wenn er sich zwar außerhalb der Schule, aber auf dem Nachhauseweg von einer Projektarbeit ereignet, die eigentlich zum Unterricht gehört und im Normalfall unter der Aufsicht von Lehrern steht.

Im Musikunterricht sollten die Schüler einen Videoclip zum Thema Musik und Werbung drehen. Auf Wunsch der Schüler erhielten sie die Möglichkeit, das Video statt während der Unterrichtszeit auf dem Schulgelände auch im privaten Bereich drehen zu dürfen. Etwa die Hälfte der Klasse machte hiervon Gebrauch.

Einer der Schüler verunglückte auf dem Nachhauseweg vom Videodreh außerhalb der Schule. Ein Mitschüler hatte ihn angerempelt, sodass er stürzte, ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt und seither im Rollstuhl sitzt. Die Berufsgenossenschaft erkannte den Sturz des Schülers nicht als Arbeitsunfall an.

Das Landesozialgericht Baden-Württemberg sprach den Unfallversicherungsschutz zu. Die Projektarbeit, bei der der Schüler verunglückt ist, ist eine organisatorisch von der Schule getragene Unternehmung. Dass sie im privat-häuslichen Bereich stattgefunden hat, ändert daran nichts.

Projektarbeiten auch außerhalb der Schule sind Bestandteil eines modernen Unterrichtskonzepts. Räumt die Schule minderjährigen Schülern die Entscheidungsfreiheit ein, ob und wie sie eine Unterrichtsaufgabe – gegebenenfalls unbeaufsichtigt – erledigen, führt der aufgelockerte Schulunterricht nicht dazu, dass die gesetzliche Schülerunfallversicherung entfällt.

Beachten Sie: Das Landessozialgericht hat wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen (LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 17.3.2016, L 6 U 4904/14; n. rk. ).

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