Steht ein Handgelenk-Tattoo einer Justiz-Ausbildung entgegen?

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Fragen zum äußeren Erscheinungsbild Arbeitnehmers können sich auch bereits mit Blick auf einen Ausbildungsplatz stellen. Darf beispielsweise die Bewerbung zur Ausbildung als Justizhauptwachtmeisterin (hier: im Land Berlin) wegen einer kleinen Tätowierung am Handgelenk abgelehnt werden? Nein, so die Auffassung des Verwaltungsgerichts Berlin.

Eine 19-Jährige hatte sich im September 2014 um die Einstellung als Justizhauptwachtmeisteranwärterin beworben. Ein kleines Tattoo am Handgelenk stand ihrer Bewerbung entgegen. Die Einstellungsbehörde lehnte diese mit folgender Begründung ab: Das ca. 5 x 3 cm große Tattoo, das einen heulenden Wolf abbildet, werde beim Tragen der Dienstkleidung sichtbar – und zwar auch beim Tragen eines Langarmhemdes, sobald die Frau den Arm hebe.

Das Verwaltungsgericht Berlin widersprach und verpflichtete die Behörde, erneut über die Bewerbung zu entscheiden. Die Tätowierung ist nicht dazu geeignet, einen Zweifel an der persönlichen Eignung der Bewerberin aufkommen zu lassen.

Zwar darf ein Dienstherr Anforderungen an das äußere Erscheinungsbild von Beamten stellen. Bei Tätowierungen ist jedoch zu bedenken, dass diese mittlerweile in allen Gesellschaftsschichten verbreitet sind. Sie sind als Modeerscheinung einzustufen und nicht mehr unbedingt als Ausdruck einer bestimmten gesellschaftlichen Haltung.

Hier zeigt ein relativ kleines Tattoo einen heulenden Wolf. Die Tätowierung wurde am inneren rechten Unterarm in der Nähe der Handwurzel gestochen.

Motiv, Ausführung und Größe des Tattoos lassen nicht befürchten, der jungen Frau würde in ihrer Tätigkeit als Justizwachmeisterin nicht das erforderliche Vertrauen oder der notwendige Respekt entgegengebracht werden. Insbesondere ist das abgebildete Tier kein Symbol der rechtsextremen Szene (VG Berlin, Urteil vom 22.4.2015, VG 36 L 83.15 ).

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