Auszubildende haften wie andere Arbeitnehmer – ohne Rücksicht auf ihr Alter

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Azubis, die durch ihr Verhalten einen Kollegen schädigen, haften wie andere Beschäftigte. Dies gilt ohne Rücksicht auf ihr Alter. Sonderregelungen gibt es diesbezüglich nicht.

Ein 19-jähriger Lehrling arbeitete in einem Kfz-Betrieb mit Werkstatt – ebenso wie ein anderer 17-jähriger Azubi. Der 19-Jährige warf eines Morgens ohne Vorwarnung und für den Kollegen nicht erkennbar diesem ein 10 kg schweres Metallteil an den Kopf, sodass der Verletzte bleibende Schäden an einem Auge erlitt. Dafür erhielt er ein Schmerzensgeld in Höhe von 25.000,00 € zugesprochen.

Zudem erhält der Geschädigte eine monatliche Rente der zuständigen Berufsgenossenschaft von 204,40 €, weil der Wurf nicht betrieblich veranlasst war und der 19-Jährige schuldhaft gehandelt hat.

Die Richter am Bundesarbeitsgericht bestätigten insoweit die Vorinstanz: Auszubildende hafteten ohne Rücksicht auf ihr Alter nach den gleichen Regeln wie andere Arbeitnehmer. Die Voraussetzungen für einen Haftungsausschlusses nach §§ 105 Abs. 1, 106 Abs. 1 SGB VII sind nicht erfüllt. Die vom Landesarbeitsgericht angenommene Höhe des Anspruchs des Klägers war nicht zu beanstanden (BAG, Urteil vom 19.3.2015, 8 AZR 67/14 ).

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