Auch Azubis dürfen auf Verdacht hin gekündigt werden

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Der dringende Verdacht einer schwerwiegenden Pflichtverletzung durch einen Auszubildenden (hier: Bank-Azubi steht unter Verdacht, einen Kassenfehlbetrag zu verantworten), kann ein wichtiger Grund sein, der zur Kündigung eines Berufsausbildungsverhältnisses berechtigt.

Ein Auszubildender zum Bankkaufmann war von seinem Ausbilder damit beauftragt worden, das Geld in den Nachttresor-Kassetten zu zählen. Anschließend wurde ein Kassenfehlbestand von 500,00 € festgestellt.

Im anschließenden Personalgespräch nannte der Azubi von sich aus die Höhe dieses Fehlbetrages, obwohl er nur auf eine unbezifferte Kassendifferenz angesprochen worden war. Dies deutete nach Ansicht der Bank auf Täterwissen. Dieses bestätige Verdacht, der junge Mann habe das Geld tatsächlich an sich genommen. Die Bank kündigte das Berufsausbildungsverhältnis aus wichtigem Grund fristlos. Auch der Betriebsrat wurde dazu angehört und stimmte der Kündigung zu.

Der angehende Bankkaufmann zog vor Gericht und setzte sich gegen die Kündigung zur Wehr. Er war der Auffassung, ein Berufsausbildungsverhältnis könne nicht durch eine Verdachtskündigung beendet werden. Zudem sei er nicht ordnungsgemäß angehört worden.

Den Weg durch die Instanzen endete mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts, das jedoch die Kündigung bestätigte: Der dringende Verdacht einer schwerwiegenden Pflichtverletzung eines Auszubildenden kann einen wichtigen Grund zur Kündigung des Berufsausbildungsverhältnisses darstellen. Vorausgesetzt, die Fortsetzung ist für den Ausbildenden auch bei Berücksichtigung der Besonderheiten des Ausbildungsverhältnisses objektiv unzumutbar. Davon gingen die Richter bei der hier vorliegenden Konstellation im Bankgewerbe aus.

Die Anhörung des Azubis war rechtsfehlerfrei. Der Arbeitgeber musste weder vorab das Gesprächsthema bekannt gegeben noch den Azubi auf die mögliche Kontaktierung einer Vertrauensperson hinweisen. Auch datenschutzrechtliche Gründe standen der Beweiserhebung und -verwertung nicht entgegen (BAG, Urteil vom 12.2.2015, 6 AZR 685/13 ).

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