Abifeier: Gesamter Jahrgang haftet für Engagement einer Band

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Ein Abi-Jahrgang, der gemeinsam einen Abschlussball organisiert, gründet eine sogenannte Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Diese GbR wird Vertragspartner beispielsweise der für den Ball engagierten Band. Platzt der Vertrag, kann der Abiturjahrgang auch auf Zahlung verklagt werden.

Das Abiball-Komitee eines Gymnasiums hatte eine Band für einen Auftritt beim Abiball am engagiert. Bald nach Vertragsschluss wurde der Auftritt von Komitee-Seite kurzfristig abgesagt. Es hatte sich herausgestellt, dass es zwischen einem Bandmitglied und der Schule eine gerichtliche Auseinandersetzung gegeben hatte.

Die Inhaberin der Band verklagte daraufhin den Abi-Jahrgang auf Zahlung der vereinbarten Gage in Höhe von 1.800,00 €.

Das Landgericht Detmold entschied, bei dem Abiturjahrgang des Gymnasiums handelt es sich um eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Mehrere Schüler haben sich zur Förderung eines gemeinsamen Zwecks zusammengefunden (hier: Organisation des Abiballs). Damit wurde durch schlüssiges Handeln eine GbR gegründet (§ 705 BGB). Diese wird durch das Abiturball-Komitee vertreten. Das Komitee wiederum wird durch einzelne Schüler vertreten. Es kann mit Dritten gültige Verträge schließen. Die GbR kann auch verklagt werden.

Der Werkvertrag mit der Band wurde vorzeitig gekündigt. Die Band hat deshalb einen Entschädigungsanspruch. Dieser besteht allerdings nur in Höhe der gesetzlich vorgeschriebenen Pauschale. Das sind fünf Prozent der ursprünglich vereinbarten Vergütung, hier also 90,00 € (LG Detmold, Urteil vom 8.7.2015, 10 S 27/15 ).

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