Streit mit Ehemann einer Mitarbeiterin ist kein Kündigungsgrund

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Ein Arbeitgeber darf einer Angestellten nicht kündigen, nur weil er Streit mit deren Ehemann hat. Selbst bei einem Fehlverhalten des Ehemannes im Verhältnis zum Arbeitgeber sind die Rechtssphären der Eheleute getrennt voneinander zu betrachten. Ein Fehlverhalten ihres Mannes ist der Mitarbeiterin nicht anzulasten.

Ein Orthopäde beschäftigte eine Arzthelferin. Deren Ehemann hatte der Arzt mit umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten in der Praxis und in seinem Privathaus beauftragt. Der Arzt war mit den Arbeiten jedoch unzufrieden und mit der Abrechnung nicht einverstanden. Es kam zu einer Auseinandersetzung mit dem Ehemann, in deren Verlauf dieser den Arzt gewürgt, geschlagen und getreten haben soll. Der genaue Ablauf ließ sich nicht zweifelsfrei aufklären.

Am Ende des Streits versuchte der Arzt, dem Ehemann ein Kündigungsschreiben für dessen Frau zu übergeben. Da dies nicht gelang, warf er das Schreiben noch am selben Tag in den Hausbriefkasten des Ehepaares ein.

Es kam zum Kündigungsschutzprozess. Der Arbeitgeber konnte keinen plausiblen Kündigungsgrund darlegen. Er räumte aber ein, das Zerwürfnis mit dem Ehemann habe dazu geführt, dass ihm die Zusammenarbeit mit der Arzthelferin künftig nicht mehr möglich sei.

Das Arbeitsgericht Aachen entschied, die Kündigung ist unwirksam. Der Streit mit dem Ehemann der Arbeitnehmerin berechtigt den Arbeitgeber nicht zur Kündigung.

Ein mögliches Fehlverhalten des Ehemanns der Mitarbeiterin schlägt nicht auf deren Arbeitsverhältnis durch. Die Rechtssphären von Eheleuten sind voneinander getrennt zu betrachten. Es findet keine Zurechnung des Fehlverhaltens des Ehepartners statt (ArbG Aachen, Urteil vom 30.9.2015, 2 Ca 1170/15 ).

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