Silbentrennung im Arbeitszeugnis ist zulässig

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Die Verwendung eines automatischen Silbentrennungsprogramms bei der Erstellung eines Zeugnisses ist nicht zu beanstanden. Auch eine als Sekretärin beschäftigte Arbeitnehmerin kann grundsätzlich nicht verlangen, dass ein Arbeitszeugnis ohne Silbentrennungen am Zeilenende ausgestellt wird.

Eine langjährig als Schulsekretärin tätige Mitarbeiterin erhielt von ihrem ehemaligen Arbeitgeber zum Ende des Arbeitsverhältnisses ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Inhaltlich wurde man sich einig. Doch die Frau störte sich an der Form des erteilten Zeugnisses. Das Zeugnis wurde so formatiert, dass einige Silbentrennungen enthalten waren (hier: von 59 Zeilen enthielten 14 am Ende eine Trennung).

Darin sah die Frau unzulässige Geheimzeichen, die in einem Zeugnis nicht enthalten sein dürfen. Außerdem sah sie in der Silbentrennung einen Widerspruch zum Zeugnistext. Darin hieß es, sie habe ihre Aufgaben "jederzeit sicher, fehlerfrei und mit entsprechendem Schriftbild erledigt". Dazu passe die Silbentrennung im Zeugnis nicht. Der Arbeitgeber fand hingegen die von ihm gewählte Formatierung korrekt – und so kam es zu einem Zeugnisberichtigungsstreit.

Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg entschied, das Zeugnis darf so bleiben. Sowohl über den Zeugnisinhalt als auch über die Zeugnisformatierung entscheidet grundsätzlich der Arbeitgeber. Grenzen ergeben sich daraus, dass das Zeugnis wohlwollend und wahr formuliert sein muss und keine Geheimzeichen/-sprache verwendet werden darf. Es muss formal den üblichen Anforderungen entsprechen.

Hier war das Zeugnis inhaltlich zutreffend und auch formal konnten die Richter keine Fehler finden. Das Zeugnis enthielt weder Rechtschreibfehler noch Geheimzeichen. Es handelt sich hier um Trennungen, die aufgrund der automatischen Silbentrennung der Software entstehen.

Das entspricht durchaus den üblichen Formalien. Mit der automatischen Silbentrennung werden große Lücken in einem Text verhindert (z.B. wird der Text in Blocksatz erfasst). Etwas anderes kann gelten, wenn sämtliche Zeilen des Textes eine Trennung aufweisen und der Eindruck entsteht, die Trennungen werden absichtlich herbeigeführt. Das ist hier aber nicht der Fall.

Die äußere Form des Zeugnisses steht somit nicht im Widerspruch mit der bescheinigten Leistung der Sekretärin (LAG Baden-Württemberg, Urteil vom 27.11.2014, 3 Sa 21/14 ).

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