Praktikanten haben keinen Anspruch auf Arbeitslohn

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Eine Supermarkt-Praktikantin hat keinen Anspruch auf Nachzahlung eines Gehalts. Begründung: Zwischen den Parteien bestand kein Arbeitsverhältnis. Die Frau hatte an einer berufsvorbereitenden Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit teilgenommen und in dieser Zeit von dort Leistungen erhalten.

Eine Hauptschulabsolventin hatte sich bei einem Supermarkt um einen Ausbildungsplatz als Verkäuferin beworben und sich bereit erklärt, zunächst ein Praktikum zu machen. In einem schriftlichen Praktikumsvertrag wurde vereinbart, dass die junge Frau Einblick in das Berufsfeld erhalte und Grundkenntnisse des betreffenden Berufsbildes vermittelt werden.

Das Schnupper-Praktikum sollte ursprünglich nur einen Monat dauern, wurde jedoch immer wieder verlängert. Die Praktikantin arbeitete schließlich in der Zeit vom 25.10.2012 bis zum 4.7.2013 ohne Lohn in dem Markt. Sie bezog aber von der Bundesagentur für Arbeit sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe und erhielt von einem Trägerverein Zuschüsse für eine ÖPNV-Monatskarte.

Die Praktikantin beanspruchte für den gesamten Tätigkeitzeitraum (insgesamt 1.728 Stunden und 15 Minuten) Arbeitslohn von rund 17.000,00 €. Sie machte geltend, nicht die Ausbildung, sondern die Arbeitsleistung habe im Vordergrund gestanden. Der Supermarktbetreiber verwies darauf, bei dem Praktikum habe es sich um eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme gehandelt. Deshalb bestehe keine Vergütungspflicht.

Das Landesarbeitsgericht Hamm entschied – abweichend vom erstinstanzlichen Urteil des Arbeitsgerichts Bochum – die Dauer-Praktikantin herhält kein Arbeitsentgelt. Denn zwischen den Parteien wurde kein Arbeitsverhältnis begründet. Die junge Frau habe zwar teilweise reguläre Arbeitstätigkeiten verrichtet. Dies sei allerdings im Rahmen eines sozialversicherungsrechtlich geprägten Praktikantenverhältnisses geschehen. Denn sie habe das Praktikum als Teilnehmerin einer berufsvorbereitenden Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit absolviert und in dieser Zeit Leistungen der Arbeitsagentur erhalten (LAG Hamm, Urteil vom 17.10.2014, 1 Sa 664/14 ).

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