Geduldete Überstunden müssen bezahlen werden

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Als Arbeitnehmer können Sie die Bezahlung von Überstunden auch dann verlangen, wenn Ihr Arbeitgeber diese zwar nicht ausdrücklich angeordnet, aber geduldet hat. Duldung setzt in diesem Zusammenhang voraus, dass der Arbeitgeber von den Überstundenleistungen Kenntnis hat und keine Maßnahmen ergreift, um sie zu unterbinden.

Eine Altenpflegerin hatte in einem Zeitraum von einem Jahr gut 150 Überstunden angesammelt. Diese konnte sie auf der Grundlage von Wochenarbeits- und Tourenplänen nachweisen. Diese Informationen lagen auch dem Arbeitgeber vor.

Als die Frau die Vergütung ihrer Überstunden verlangte, stellte sich der Arbeitgeber allerdings dumm. Er habe nicht gewusst, dass die Mitarbeiterin Überstunden leiste. Eine detaillierte Aufstellung liegt nicht vor. Außerdem habe er keine Überstunden angeordnet.

Das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern gab der Mitarbeiterin Recht, sie hat Anspruch auf Vergütung der Überstunden. Sie hat nachgewiesen, dass sie 150 Überstunden geleistet hat. Die von ihr vorgelegten Pläne reichen dazu aus. Denn aufgrund der Wochenarbeits- und Tourenpläne lässt sich nachvollziehen, wann für welche Patienten wie viel Zeit aufgewendet wurde. Daraus ergeben sich dann auch etwaige Überstunden. Die Zeiten wurden wöchentlich abgerechnet und in die Dienstpläne übernommen.

Das Wissen um die Überstundenleistung ist dem Arbeitgeber somit zuzurechnen. Denn einerseits rechnete er aufgrund der Pläne mit den Krankenkassen die Leistungen für die Altenpflege ab; andererseits konnte er aus den Tourenplänen genau den Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit ersehen und erkennen, dass Überstunden geleistet wurden.

Da der Arbeitgeber keinerlei Maßnahmen ergriffen hat, um die Überstundenleistung zu unterbinden, ist von einer Duldung auszugehen. Deshalb muss er die geleisteten Stunden vergüten, auch wenn er sie nicht ausdrücklich angeordnet hat (LAG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 22.1.2014, 2 Sa 180/13 ).

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