Arbeitnehmer müssen Ihr Zeugnis im Betrieb abholen

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Als Arbeitnehmer können Sie nicht verlangen, dass Ihr Ex-Chef Ihnen Ihr Arbeitszeugnis automatisch zuschickt. Sie müssen es vielmehr selbst im Betrieb abholen. Nur ausnahmsweise entfällt die Holschuld, wenn es Ihnen aufgrund besonderer Umstände unzumutbar ist, das Zeugnis im Betrieb abzuholen.

Ein kaufmännischer Leiter hatte seinen Arbeitsvertrag zum 31. 7. gekündigt und seinem Arbeitgeber einen Zeugnisentwurf übergeben. Dieser wurde inhaltlich akzeptiert, jedoch sollte das Zeugnis erst zum Stichtag ausgehändigt werden.

Eine Woche nach seinem Ausscheiden, forderte der ehemalige Mitarbeiter seinen Ex-Chef schriftlich auf, ihm das Zeugnis zuzuschicken. Er setzte dafür eine 2-Tages-Frist, die ergebnislos verstrich. Eine Woche später erhob der Mann Klage, ohne seinen Arbeitgeber noch einmal aufzusuchen, um die geforderten Unterlagen abzuholen. Der Arbeitnehmer entgegnete, das Zeugnis liege unterschrieben und abholbereit in der Firma. Gestritten wurde am Ende noch über die Kosten des Rechtsstreits.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg buchte sie auf das Konto des Arbeitnehmers. Dieser muss das Zeugnis im Betrieb abholen. Denn ein Arbeitszeugnis ist grundsätzlich eine Holschuld. Der ehemalige Mitarbeiter muss zumindest versuchen, seine Arbeitspapiere - wozu auch das Arbeitszeugnis zählt - mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses im Betrieb ausgehändigt zu bekommen. Erst danach darf er Klage einreichen.

Nur ausnahmsweise und können Arbeitnehmer unter besonderen Umständen verlangen, dass ihnen das Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber per Post zugestellt wird (z.B. ist es ihnen nach einem Umzug an einen anderen Wohnort unzumutbar, das Zeugnis im Betrieb abzuholen; LAG Berlin, Urteil vom 6.2.2013, 10 Ta 31/13 ).

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