Kein Schadensersatz für AGG-Hopper

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Als AGG-Hopper wird bezeichnet, wer sich erfolglos auf eine altersdiskriminierende Stellenanzeige bewirbt, ohne ernsthaft an der Stelle interessiert zu sein. Der Bewerber kann in diesem Fall keine Entschädigung verlangen.

Ein 60-jähriger, promovierter Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei hatte sich auf eine Anzeige beworben, mit der ein Rechtsanwalt (m/w) als Berufsanfänger oder mit ein bis drei Jahren Berufserfahrung gesucht wurde.

Die Kanzlei lehnte den Bewerber ab, woraufhin er eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung in Höhe bis zu 60.000,00 € geltend machte. Vergleichbare Klagen hatte er zuvor bereits gegen mehrere Kanzleien erhoben, die ähnliche Stellen ausgeschrieben hatten. Auch dort hatte er sich erfolglos beworben.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg versagte dem Bewerber den Anspruch auf eine Entschädigung gemäß § 15 Abs. 2 AGG. Die Klage ist rechtsmissbräuchlich. Denn der Bewerber hatte kein ernsthaftes Interesse daran, die Stelle anzutreten.

Gegen eine ernsthafte Bewerbung spricht insbesondere, dass sich der Anwalt bereits mehrfach auf vergleichbare Stellenanzeigen für Berufseinsteiger beworben und nach der Ablehnung jeweils eine Entschädigung von rund 60.000,00 € geltend machte. Dabei spielte bei den Bewerbungen weder die Fachausrichtung noch der Einsatzort der Anwaltstätigkeit eine Rolle. Ferner erfüllte der Mann weder die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle noch hatte er ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben abgegeben.

All diese Indizien zusammengenommen, lassen im Rahmen einer Gesamtwürdigung den Schluss zu, dass es dem Bewerber lediglich um die Entschädigung, nicht um den Arbeitsplatz ging.

Vor diesem Hintergrund war hier die Frage, ob die Stellenanzeige überhaupt als altersdiskriminierend einzustufen ist, vom Gericht nicht zu klären (LAG Berlin, Urteil vom 31.10.2013, 21 Sa 1380/13 ).

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