Unfall: Mithaftung bei nicht aufgestelltem Warndreieck

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Halten Sie auf der Autobahn, ist das Warndreieck Pflicht. Der Warnblinker allein genügt nicht. Auch wenn Sie keine Panne haben, sondern aus anderen Gründen anhalten. Sonst haften Sie bei einem Unfall zur Hälfte mit für den Schaden.

Ein Lkw-Fahrer litt unter starker Übelkeit und musste sich übergeben. Er hielt auf einem Autobahnstück ohne Seitenstreifen und schaltete das Warnblinklicht ein. Der Lkw ragte dabei in die Fahrbahn hinein. Als es ihm wieder besser ging, reinigte er sich und sein Fahrzeug, ohne vorher ein Warndreieck aufzustellen. Der Fahrer eines weiteren Lkw streifte später den Sattelzug aus Unachtsamkeit. Es entstand ein Schaden in Höhe von 29.000 €.

Das Oberlandesgericht Hamm bestätigt eine hälftige Mithaftung des nothaltenden Lkw-Fahrers. Sein nicht ausreichend gesichertes Fahrzeug ragte in die Fahrbahn hinein. Dadurch erhöhte sich das von dem Lkw ausgehende Unfallrisiko (die so genannte Betriebsgefahr) deutlich.

Kommt es zu einem (berechtigten) Notstopp, müssen Sie sobald als möglich alle notwenigen Sicherungsmaßnahmen vornehmen. Denn auf der Autobahn haben Sie als Verkehrsteilnehmer grundsätzlich nicht mit einem auf der Fahrbahn haltenden Fahrzeug zu rechnen.

Der Lkw-Fahrer hätte also entweder ein Warndreieck aufstellen oder sofort nach dem Abklingen seiner Übelkeit weiterfahren müssen. Da er beides versäumt hat, trägt er den entstandenen Schaden zur Hälfte (OLG Hamm, Beschluss vom 29.10.2013, 26 U 12/13, UR

OLG Hamm, Beschluss vom 29.10.2013, 26 U 12/13 ).

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