Leichtsinnigen Fußgänger trifft volles Verschulden

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Ein Fußgänger wollte eine viel befahrene mehrspurige Straße überqueren. Dabei wurde er von einem auf der linken Spur fahrenden PKW erfasst und erlitt verschiedene Verletzungen. Der Fußgänger verlangt nun mindestens 10.000,00 € Schmerzensgeld.

Das Oberlandesgericht entschied, dem Fußgänger steht kein Schmerzensgeld zu. Den Fahrer des PKW trifft kein Verschulden. Er konnte den von rechts querenden Fußgänger nicht sehen, da er von einem rechts vor ihm fahrenden Auto verdeckt war. Damit war der Unfall für den Fahrer des PKW unvermeidbar, zumal ihm kein Geschwindigkeitsverstoß zur Last gelegt wird.

Auch wenn man die Gefährlichkeit des Autos an sich berücksichtigt, kommt man hier zu keinem anderen Ergebnis. Der Fußgänger hat sich durch die Fahrbahnquerung bei herannahendem dichten Verkehr in hohem Maße selbst gefährdet. Ein solches Verhalten ist unverantwortlich. Denn eine Straße ist vorrangig für den Autoverkehr da. Fußgänger müssen beim Überqueren besonders vorsichtig sein und darauf achten, nicht in den Fahrweg eines sich nähernden Autos zu laufen. Tun sie das nicht, tritt eine mögliche Haftung angesichts der Gefährlichkeit eines Autos hinter dem Verschulden des Fußgängers zurück (OLG Hamm, Beschluss vom 26.4.2012, 6 U 59/12, NJW-RR 2012 S. 1236).

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