Kein Schadensersatz nach selbst herbeigeführtem Unfall

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Provoziert ein Autofahrer einen Auffahrunfall, hat er keinen Anspruch auf Ersatz des Schadens an seinem Fahrzeug. Dabei sind gerade Auffahrunfälle typisch für manipulierte Unfälle.

Ein gelernter Karosseriebauer und Lackierer bremste an einer Ampel, die für ihn grün zeigte, plötzlich scharf ab. Die Frau im Pkw hinter ihm konnte nicht mehr bremsen und fuhr auf. Der Mann verlangt nun über 10.000,00 € Schadensersatz von der Frau (bzw. ihrer Versicherung). Einen oberflächlich reparierten Vorschaden verschwieg der Mann.

Das Oberlandesgericht Hamm verneint hier jeglichen Anspruch auf Schadensersatz. Der Mann hat den Unfall durch sein plötzliches Abbremsen selbst herbeigeführt.

Berücksichtigt man alle Umstände, die zu dem Unfall führten, ging es ihm gerade darum, seinen Wagen von einem Dritten beschädigen zu lassen. Zum einen ist ein Auffahrunfall prädestiniert für einen manipulierten Unfall. Denn solche Unfälle sind in der Regel gut zu beherrschen und nicht so gefährlich. Außerdem geht man schnell von einem Verschulden des Auffahrenden aus (sogenannter Anscheinsbeweis).

Zuletzt wurden dann hohe Reparaturkosten abgerechnet, der Pkw aber selbst repariert. Typisch ist auch, dass der Pkw wenige Monate vor dem Unfall erworben und nach dem Unfall wieder verkauft wurde. Aber auch die Tatsache, dass der Mann den Unfallhergang immer wieder anders geschildert hat, während ein Zeuge bestätigte, er habe an der grünen Ampel völlig grundlos gebremst, spricht für einen provozierten Auffahrunfall.

Damit hat er der Beschädigung seines Wagens zugestimmt. Willigt er aber in die Beschädigung ein, ist der Schaden an seinem Fahrzeug ausnahmsweise nicht rechtswidrig und löst keinen Schadensersatzanspruch aus (OLG Hamm, Urteil vom 11.3.2013, 6 U 167/12 ).

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