Achtung Vorfahrt! - Blinken allein reicht nicht.

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Sie dürfen nicht blind auf das Blinken eines Vorfahrtsberechtigten vertrauen. Missverständnisse gehen hier schnell zu Ihren Lasten. Selbst wenn noch weitere Anzeichen vorliegen, dass ein Pkw nach rechts abbiegen will, ist Vorsicht angesagt. Sonst müssen Sie im Falle einer Kollision für den Großteil des Schadens aufkommen.

Ein Pkw-Fahrer befuhr die Vorfahrtsstraße, ein anderer kam aus einer untergeordneten Seitenstraße. Der auf der Vorfahrtsstraße fahrende Pkw blinkte rechts und reduzierte seine Geschwindigkeit maßgeblich. Daraus schloss der andere, in der Seitenstraße wartende Pkw-Fahrer, dass der an sich Vorfahrtsberechtigte vor ihm rechts abbiegen wolle und fuhr los. Da dieser aber stattdessen geradeaus weiter fuhr, kam es zu einer Kollision der beiden Fahrzeuge.

Das Oberlandesgericht entschied, dass ein Pkw-Fahrer sich überhaupt nur dann auf ein Blinkzeichen verlassen kann, wenn noch weitere Anhaltspunkte für ein Abbiegen wie die maßgebliche Reduzierung der Geschwindigkeit oder das eindeutige Einordnen nach rechts hinzukommen.

Da in diesem Fall der Vorfahrtsberechtigte nicht nur den Blinker gesetzt hat, sondern auch seine Geschwindigkeit eindeutig reduziert hat, besteht eine Mithaftung des Vorfahrtsberechtigten.

In einem solchen Fall ist das Verschulden der beiden Pkw-Fahrer gegeneinander abzuwägen. Da ein Verstoß gegen die Vorfahrtsregeln eindeutig schwerer wiegt als eine Verletzung der allgemeinen Sorgfaltspflicht durch missverständliches Verhalten, ist eine Haftungsverteilung von 70:30 zugunsten des Vorfahrtsberechtigten angemessen (OLG Dresden, Urteil vom 20.8.2014, 7 U 1876/13 ).

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