Zu schnell gefahren: Keine Punkte wegen krankem Hund

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Auch auf der Fahrt zum Tierarzt sind die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten. In besonderen Stresssituationen kann ein Bußgeld allerdings auch bei einer deutlichen Geschwindigkeitsübertretung drastisch reduziert werden.

Eine Frau fuhr mit ihrem lebensbedrohlich erkrankten Hund zum Tierarzt. Auf der Autobahn wurde sie mit einer um 28 km/h überhöhten Geschwindigkeit erwischt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit war an dieser Stelle 100 km/h. Regelmäßig drohen in einem solchen Fall eine Geldbuße in Höhe von 80 € und drei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Die Frau gab an, sie sei nur so schnell gefahren, weil sie ihren ausgebildeten Rettungshund, dem es extrem schlecht ging, so schnell wie möglich zum Tierarzt habe bringen wollen.

Das Amtsgericht Koblenz verhängte wegen eines fahrlässigen Tempoverstoßes ein Bußgeld in Höhe von 35 €. Punkte in Flensburg gibt es dafür nicht. Das Gericht hielt eine Reduzierung der Regelgeldbuße hier für angezeigt, da sich die Frau in einer besonderen Stresssituation befand. Außerdem ist auch zu berücksichtigen, dass das - ohne ihr Zutun äußerst langwierige - Gerichtsverfahren an sich schon verkehrserzieherisch auf die Frau gewirkt hat (AG Koblenz, Urteil vom 29.4.2013, 2010 Js 43957/12.34 OWi, DAR 2013 S. 402).

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