Wildunfall: Kfz-Versicherung muss zahlen

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Wer eine Vollbremsung macht, weil plötzlich ein Reh auf der Straße steht, dabei von der Straße abkommt und gegen einen Baum fährt, hat Anspruch auf Versicherungsleistung.

Ein Autofahrer fuhr mit 50 - 60 km/h auf einer schneebedeckten Straße. Plötzlich überquerten zwei Rehe die Fahrbahn. Der Autofahrer bremste stark ab, verlor aufgrund der glatten Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto und prallte seitlich gegen einen Baum. Seine Kaskoversicherung wollte für den Schaden jedoch nicht aufkommen, mit der Begründung, die Vollbremsung sei nicht notwendig gewesen.

Das Amtsgericht Bad Segeberg entschied nun, dass eine Vollbremsung durchaus angemessen ist, wenn unmittelbar vor einem Fahrzeug Rehe die Fahrbahn überqueren. Der Fahrer hat sich also richtig verhalten. Ein Zusammenstoß mit größeren Wildtieren ist möglichst zu verhindern. Die Versicherung muss in einem solchen Fall die Kosten eines Schadens übernehmen. Insbesondere bei Straßenglätte ist es jedoch wichtig, dass der Fahrer mit angepasster Geschwindigkeit gefahren ist, wovon hier auszugehen war (AG Bad Segeberg, Urteil vom 20.10.2014, 17 C 64/14 ).

Weichen Sie einem Reh aus und kommt es dadurch zu einem Unfall, muss die Versicherung grundsätzlich zahlen. Allerdings müssen Sie beweisen, dass tatsächlich Wild über die Straße lief und Sie nicht zum Beispiel einfach nur zu schnell gefahren sind. Als Beweis für den Wildwechsel genügt zunächst die Aussage des Autofahrers. Noch besser ist es, wenn es Zeugen gibt. Auch frische Wildspuren an der Unfallstelle können hilfreich sein. Machen Sie auf jeden Fall Fotos!

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