Falsche Angaben: Vollkasko muss nicht zahlen

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Machen Sie zum Unfallhergang absichtlich falsche Angaben, muss der Vollkasko-Versicherer in der Regel nicht zahlen. Sie verletzen hierdurch Ihre Pflicht gegenüber der Versicherung, zur Aufklärung des Unfalls beizutragen.

Ein Mann wechselte von der Mittelspur auf die rechte Fahrspur. Dabei kam es zu einem Unfall. Der Mann behauptet, ein Fußgänger sei plötzlich über die Straße gerannt. Um ihn nicht umzufahren, habe er seinen Wagen reflexartig nach rechts gezogen. Die Versicherung bestreitet die Beteiligung eines Fußgängers und lehnt wegen der falschen Angaben die Regulierung des Schadens ab.

Das Landgericht Coburg bestätigt die Auffassung der Versicherung. Diese muss nicht zahlen, weil der Mann unrichtige Aussagen zum Unfallgeschehen gemacht hat. Um die Regulierung durch die Vollkasko-Versicherung zu seinem Vorteil zu beeinflussen, hat er nach Ansicht des Gerichts eindeutige Fragen der Versicherung arglistig falsch beantwortet.

Will er die Vollkasko-Versicherung in Anspruch nehmen, treffen ihn aber gewisse vertragliche Pflichten (Obliegenheitspflichten). Vor allem hätte er den Unfallhergang konkret und der Wahrheit entsprechend schildern müssen. Das war ihm auch klar, schließlich ist er selbst in der Versicherungsbranche tätig. Sofern er davon ausgeht, die falschen Angaben nicht "grob fahrlässig" und schon gar nicht absichtlich, sondern nur aus Versehen (leicht fahrlässig) gemacht zu haben, hätte er das beweisen müssen (LG Coburg, Urteil vom 18.11.2015, 12 O 578/14 ).

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