Drängeln im Straßenverkehr

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Wer länger als drei Sekunden oder über eine Strecke von mehr als 140 m den Sicherheitsabstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug nicht einhält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Ein 57-jähriger Mann fuhr mit seinem Auto auf der Autobahn mit einer Geschwindigkeit von 131 km/h. Er geriet in eine Verkehrsüberwachung der die Polizei. Diese stellte fest, dass er über eine Strecke von 123 m lediglich einen Abstand von 26 m zum vorausfahrenden Fahrzeug einhielt. Wegen Unterschreitens des erforderlichen Sicherheitsabstands verurteilte das Amtsgericht Unna ihn zu einer Geldbuße von 180 € . Dagegen wehrte sich der Autofahrer.

Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte jedoch das Urteil des Amtsgerichts. Ein Abstandsverstoß kann geahndet werden, wenn die vorwerfbare Abstandsunterschreitung nicht nur vorübergehend ist. Nicht vorwerfbar sind Situationen, in denen nur kurzzeitig der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird, wie beispielsweise das plötzliche Abbremsen oder ein abstandsverkürzender Spurwechsel eines vorausfahrenden Autos.

Vorwerfbar ist also in erster Linie, wenn der Sicherheitsabstand über einen längeren Zeitraum (mehr als drei Sekunden) nicht eingehalten wird. Nach Ansicht der Richter des Oberlandesgerichts muss ein Autofahrer daher den Sicherheitsabstand innerhalb von drei Sekunden wieder herstellen. Das hatte der Autofahrer versäumt (OLG Hamm, Beschluss vom 9.7.2013, 1 RBs 78/13, NStZ-RR 2013 S. 318).

Um Raser nicht zu privilegieren gilt: Auch wenn Sie weniger als drei Sekunden den Sicherheitsabstand unterschreiten, droht Ihnen eine Geldbuße, falls Sie mehr als 140 m ohne den erforderlichen Sicherheitsabstand zurückgelegt haben.

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