Betrunkener verursacht Unfall: ADAC muss Abschleppkosten nicht übernehmen

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Mit 1,4 Promille im Blut bleiben Sie in der Regel auf den Abschleppkosten sitzen. Nicht nur die Vollkasko, sondern auch der ADAC darf Übernahme der Kosten verweigern.

Ein Mann fuhr betrunken gegen einen geparkten PKW. Bei der Unfallaufnahme stellte die Polizei fest, dass der Mann nicht nur mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, sondern auch mit einem Blutalkoholgehalt (BAK) von 1,4 Promille unterwegs war. Seinen schwer beschädigten Wagen ließ der Mann vom ADAC abschleppen. Sowohl die Vollkasko als auch der ADAC weigerten sich, für die Abschleppkosten von rund 250 € aufzukommen. Der Mann wollte die Weigerung des ADAC nicht akzeptieren, da zum einen die entsprechende Regelung zu unbestimmt sei und zum anderen der ADAC ihn nicht darüber informierte hätte, dass eine Kostenübernahme ab einer BAK von 1,1 Promille nicht in Frage käme. Hätte er das gewusst, hätte er statt des ADAC ein ortsansässiges Abschleppunternehmen beauftragt

Das Amtsgericht München stellte fest, der ADAC weigert sich zu Recht. Nach den Mitgliedschaftsbedingungen des ADAC muss dieser nicht für die Abschleppkosten aufkommen, wenn man den Unfall grob fahrlässig verursacht hat. Fährt man im Zustand absoluter Fahruntüchtigkeit mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen geparkten Wagen, ist von grober Fahrlässigkeit auszugehen. Absolute Fahruntüchtigkeit ist jedenfalls ab einer BAK von 1,1 Promille gegeben. Mitgliedsbestimmungen eines Vereins sind nicht mit allgemeinen Geschäftsbedingungen zu vergleichen und waren hier daher nicht zu beanstanden.

Ein Automobilclub muss seine Mitglieder nicht über sämtliche Einzelheiten der Mitgliedsbestimmungen aufklären. Wer sich entscheidet, in einem Verein Mitglied zu werden, trägt selbst die Verantwortung, sich darüber zu informieren, welche Leistungen wann in Frage kommen. Daher musste der ADAC sein Mitglied auch nicht darauf hinweisen, dass im Falle grober Fahrlässigkeit die Abschleppkosten nicht übernommen werden (AG München, Urteil vom 15.2.2016, 122 C 23868/15 ).

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