Wildunfall: Teilkasko muss bei Ausweichmanöver wegen Reh zahlen

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Wenn Sie einem Reh ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, können Sie selbst erheblich zu Schaden kommen. Hier muss die Teilkasko eintreten. Ausnahme: Das Ausweichmanöver war grob fahrlässig, weil nicht erforderlich.

Die Tochter eines Fahrzeughalters war nachts mit dem Auto ihres Vaters in einem Waldgebiet in Oberbayern unterwegs, als sie plötzlich in einer Rechtskurve ein Reh am rechten Fahrbahnrand stehen sah. Sie zog das Fahrzeug nach links und kam dabei ins Schleudern. Die Fahrt endete im Unterholz und mit einem Sachschaden von etwa 4.500 Euro.

Die Teilkaskoversichrung wollte für den Schaden nicht aufkommen. Begründung: Das Reh habe nicht auf der Fahrbahn gestanden. Das Ausweichmanöver sei nicht erforderlich gewesen.

Das sah das Amtsgericht München anders. Die Reaktion der Frau sei aufgrund der Gesamtsituation nachvollziehbar. Außerdem habe sie ihre Beifahrer schützen wollen und sei selbst erst seit zweieinhalb Monaten im Besitz des Führerscheines gewesen. Deshalb gelte hier ein anderer Verschuldensmaßstab. Grobe Fahrlässigkeit liege nicht vor.

Die Versicherung musste im Ergebnis die "Rettungskosten" zahlen (AG München, Urteil vom 11.7.2008, 345 C 3874/08).

 

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