Tiefgaragentor nie ohne Sichtkontakt öffen!

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Tiefgaragentore haben ihre Tücken. Man kann sie zwar bequem per Fernbedienung öffnen, sollte dies aber nur tun, wenn man Blickkontakt hat. Schließt sich nämlich das Tor wider Erwarten bei der Aus- oder Einfahrt, kann der Schaden beträchtlich sein.

Eine Autofahrerin hatte für ihr Fahrzeug einen Tiefgaragenplatz angemietet. Als sie eines Tages herausfahren wollte, öffnete sie das Tor noch von ihrem Stellplatz aus - und das obwohl sie es nicht sehen konnte. Was sie auch nicht gesehen hatte: Kurz zuvor hatte eine andere Person das Tor manuell geöffnet. Das von der Frau gesendete Signal bewirkte das Gegenteil von dem, was sie wollte. Das Garagentor schloss sich. Es schloss sich in dem Augenblick, in dem die Frau herausfuhr. Dabei wurden Motorhaube und Dach ihres Fahrzeugs erheblich beschädigt.

Der Gesamtschaden belief sich auf ca. 4.600 Euro. Diese wollte sie von dem Mann haben, der zuvor das Tor manuell geöffnet hatte. Dessen Haftpflichtversicherung zahlte sogar die Hälfte des Schadens. Das war allerdings der Frau zuwenig. Sie verklagte den Mann auf den Rest.

Vor dem Amtsgericht München musste sich die Klägerin ins Stammbuch schreiben lassen, dass sie an dem Unfall ein erhebliches Mitverschulden treffe, das mindestens 50% des Schadens ausmache. Ihr Fehler: Sie hätte nicht darauf vertrauen dürfen, dass das Tor geschlossen war. Schließlich sei nie auszuschließen, dass ein anderer Stellplatzbesitzer sich unbemerkt in der Garage aufhalte und das Tor öffne.

Auch ein außerhalb der Garage wartender Pkw hätte zum Beispiel ein Signal schicken können. Aus diesem Grund muss ein sorgfältiger Autofahrer stets ferngesteuerte Garagentore im Blick haben, wenn er sie per Funksignal öffnet (AG München, Urteil vom 28.4.2008, 231 C 2920/08).

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