Radfahrer: An Haltestellen besser langsam fahren

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Auch wenn Sie als Pedalritter auf einem gut sichtbaren rot markierten Radweg unterwegs sind, müssen Sie sich immer auf unachtsame Fußgänger einstellen - insbesondere im Haltestellenbereich. Kommt es hier zur Kollision, trifft Sie ein erhebliches Mitverschulden.

Ein Fahrradfahrer fuhr auf einem rot markierten, gut sichtbaren Radweg. Dabei näherte er sich mit mindestens 15 km/h einer Bushaltestelle, die links des Radwegs lag. Hier standen drei Personen und unterhielten sich. In ca. 10 m Entfernung klingelte er, reduzierte aber seine Geschwindigkeit nicht. Eine der Personen, eine Frau, die ihn nicht bemerkt hatte, machte plötzlich eine Drehung und betrat den Radweg geringfügig im Randbereich.

Der Radler erschrak so, dass er eine Vollbremsung hinlegte, vorn über den Lenker stürzte und sich schwer verletzte. Da er die Frau allein für den Unfall verantwortlich hielt, verklagte er sie auf  5.000 Euro Schmerzensgeld.

Letztinstanzlich musste er sich allerdings vom Bundesgerichtshof sagen lassen, dass er mit seiner Einschätzung der Rechtslage ziemlich daneben liegt. Das Gericht lastete ihm sogar ein überwiegendes Mitverschulden an. Denn werden Rad- und Fußweg auf jeweils nur optisch von einander getrennten Verkehrsflächen so dicht aneinander vorbeigeführt, ist gegenseitige Rücksichtnahme von Radfahrern und Fußgängern angesagt. Gefährlich kann es ansonsten für beide im Begegnungsverkehr werden. Und das heißt hier konkret: nicht nur klingeln, sondern auch die Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit sein.

Im Prinzip müssen sich beide so verhalten wie auf einem gemeinsamen Rad-/Fußweg (BGH, Urteil vom 4.11.2008, VI ZR 171/07, DAR 2009 S.81).

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